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21. Februar 2020 | 07:00 Uhr
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Serie Meine ITB: Guido Laukamp

"Man trinkt weniger und arbeitet mehr", beobachtet Guido Laukamp (Foto) im Laufe der Jahre auf der ITB. Womöglich passiert es dem Chef von Nicko Cruises auch deshalb nicht mehr, dass er mit zwei verschiedenen Schuhen zur Messe kommt. Am Montag eine Frau an dieser Stelle: Petra Cruz, Direktorin des Fremdenverkehrsamts der Dominikanischen Republik.

Laukamp Guido Geschäftsführer Nicko Cruises Foto Nicko Cruises.jpg

Die wievielte ITB ist das und wie lange bleiben Sie in Berlin? Bei mir ist es die 19. ITB. Mittlerweile geht es ja schon Dienstagabend los, auf der Messe bin ich während der Fachbesuchertage.

Warum gehen Sie zur ITB oder was bedeutet die ITB für Sie? Die ITB bleibt mein wichtigste Kontaktpunkt im Jahr. Nirgendwo sonst hat man sie alle auf einem Haufen wie in Berlin. Das gilt sowohl für unsere Vertriebs- als auch für unsere Produktpartner. Unser Außendienst ist da und mit Reisebüroterminen durchgetaktet. Außerdem ist die Messe auch für den Einkauf wichtig.

Wie hat sich die ITB im Laufe der Jahre verändert? Ich komme ja ursprünglich nicht aus der Touristik. Da war die ITB eine wichtige Sozialisation. Ich habe jedes Jahr neue Kontakte dazugewonnen. Was früher schlimmer war, war der Alkohol. In meinem Freundeskreis heißt es immer: Ach, fährst du wieder zur Internationalen Trinkerbörse. Das hat nachgelassen. Man trinkt weniger und arbeitet mehr.

Ihre abenteuerlichste Anreise oder ein besonderes Hotelerlebnis? Mein außergewöhnlichstes Hotel war die „MS Sanssouci“, die als Hotelschiff in Tegel lag. Das musste ich als Flussschiffer wohl mal ausprobieren. Die Übernachtung auf dem Schiff hat allerdings logistische Nachteile. Zum Anleger war es etwas umständlich. Deshalb bin ich wieder davon abgekommen.

Der größte Aufreger, den Sie auf der ITB erlebt haben? Mein größter Aufreger ist, dass Berlin es nicht schafft, den Verkehr an der Messe in den Griff zu bekommen. Etwa durch eine funktionierende Taxilösung. Es ist jedes Mal ein totales Chaos. Ich bin schon im Schneematsch meilenweit von unserer Halle abgeladen worden, weil der Taxifahrer nicht weiterfahren wollte. Mit dem Wegkommen ist es nicht besser, lange Schlangen und zu gewissen Zeiten hat man keine Chance. Je nachdem wie lange die Standparty geht, haben Sie ein Problem, weil keine Taxis mehr da sind.

Die beste Party zur ITB? Das geilste sind natürlich unsere Standpartys am Mittwoch und Donnerstag. Der Trick ist, hier den Absprung zu schaffen. Danach probieren wir immer mal eine neue Location aus – ohne Touristiker, wo man ein bisschen Ruhe hat. Manchmal geht es dann doch noch in die Marlene-Bar.

Ihr größtes Malheur auf der ITB? Morgens nicht so genau hingeschaut, und dann mit unterschiedlichen Schuhen auf die Messe. Weil ich nicht erwischt werden wollte, habe ich es aber proaktiv allen erzählt.

Wie überstehen Sie die ITB? Man muss sich auf jeden Fall irgendwann am Tag die Zeit nehmen, was Vernünftiges zu essen. Das gibt es ja leider auf der ITB nicht. Sich nur mit Messe-Snacks zu ernähren, ist tödlich. Außerdem viel trinken. Wir haben am Stand Rhabarber-Schorle als Geheimtipp. Die hilft am besten gegen die trockene Hallenluft.

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