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20. Februar 2020 | 07:00 Uhr
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Serie Meine ITB: Jens Hulvershorn

Was Bergkäse im Auto, der Weltfrauentag und ein Hütchenspieler mit der ITB zu tun haben, berichtet Jens Hulvershorn (Foto). Für den Marketing-Chef von Gebeco ist es nun schon die 30. ITB. Morgen Guido Laukamp, Geschäftsführer von Nicko Cruises.

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Die wievielte ITB ist das und wie lange bleiben Sie in Berlin? Ich feiere 2020 ein kleines ITB-Jubiläum. Bin tatsächlich zum 30. Mal in Berlin. Werde – wie die letzten Jahre auch – während der Fachbesuchertage Mittwoch bis Freitag da sein.

Was bedeutet die ITB für Sie? Die ITB ist längst keine Messe mehr, sondern eine riesige Kommunikations-Drehscheibe. Informationen werden ausgetauscht, Ideen geboren, Partner kommen zusammen oder finden sich neu. Und für mich ist die ITB regelmäßig eine große internationale Geburtstagsfeier. Ich habe am 8. März, dem Weltfrauentag, und der lag in den letzten 30 Jahren häufig während der Messezeit.

Wie hat sich die ITB im Laufe der Jahre verändert? Früher war die ITB noch eine echte Einkaufsmesse, auf der Kontrakte geschlossen wurden. Heute geht es mehr um Austausch und Anbahnung von Projekten. Deutlich entwickelt hat sich der Wissenstransfer durch den ITB Kongress.

Ihre abenteuerlichste Anreise oder ein besonderes Hotelerlebnis? In den 30 Jahren kamen schon einige spezielle Momente zusammen. Die ersten Jahre – während meines Studiums – wohnten wir in Jugendherbergen und mussten, um einen Zuschuss zu bekommen, einen Nachmittag bei der Bundeszentrale für politische Bildung „absitzen“. Später organisierte ich für die studentische Arbeitsgemeinschaft SFA den ITB-Auftritt. Um Besucher zu verköstigen, hatten wir einen riesigen Allgäuer Bergkäse dabei. Was übrig blieb, haben wir im Auto wieder mit nach Kempten genommen. Das Auto roch noch vier Wochen danach...

Ihre außergewöhnlichste Begegnung auf der ITB? Als Vorstand von Futouris hatte ich die Ehre ein Memorandum of Understanding mit KAZA (Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area) zu unterzeichnen, Afrikas größtem Schutzgebietsverbund. Mit Tourismus-Ministern und CEOs der Tourist Offices aus Angola, Botswana, Sambia, Simbabwe und Namibia auf einem Podium sitzen, und daran mitzuarbeiten, vielen Menschen durch Tourismus eine bessere Zukunft zu geben, bleibt als besonderer Moment.

Der größte Aufreger? Neben Streiks, Demonstrationen und Delegationen die statt mit angekündigten vier tatsächlich mit 16 Personen am Stand aufliefen... war der einzig wirkliche Aufreger die furchtbare Nachricht von der Katastrophe in Fukushima, die uns am ITB-Freitag traf.

Die beste Party zur ITB? Die stilvollste: der Hongkong Club. Die coolste: Südafrika After Work. Die schrillste: Sixt Party – auch weil meine Frau da mal den Hauptpreis gewonnen hat.

Ihr größtes Malheur auf der ITB? Langweilig, aber auf der Messe selbst gab es keine. Außerhalb schon. Während meiner ersten ITB 1989 war ich auf dem Kudamm nach einer halben Stunde Beobachtung absolut sicher, den Hütchenspieler durchschaut zu haben. Das Lehrgeld für den Irrtum: 50 Mark, und das tat als Student richtig weh.

Wie überstehen Sie die ITB? Alter macht weiser. Ich schlafe mehr, glaube nicht mehr, alle Partys mitmachen zu müssen. Denn: das meiste hat man gesehen und vieles kommt wieder. Und ehrlich gesagt, gehört es zum Respekt gegenüber den Gesprächspartnern den nächsten Tag, einigermaßen fit zu sein.

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