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19. Februar 2020 | 07:00 Uhr
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Serie Meine ITB: Thorsten Lehmann

Von schwankenden Ständen, Streik im Hotel und guten Vorsätzen mit wenig Alkohol erzählt Sunny-Cars-Geschäftsführer Thorsten Lehmann (Foto) in Reise vor9 über seine ITB-Erfahrungen. Morgen erinnert sich Jens Hulvershorn, Marketing-Chef von Gebeco.

Thorsten Lehmann Sunny Cars 2019

Die wievielte ITB ist das und wie lange bleiben Sie in Berlin? Um ehrlich zu sein: Ich habe meine ITB-Teilnahmen nicht gezählt. Meine erste ITB war allerdings 1989. Ich reise in diesem Jahr bereits am Montag an. Ich bin gerne in Berlin und genieße einen Tag oder auch zwei in der Stadt, auch wenn ich selbst in der Stadt nicht wohnen möchte.

Warum gehen Sie zur ITB? Die ITB ist für mich so etwas wie ein „Family Meeting“. Hier begegne ich Menschen, die ich gerne mag und mit denen ich wirklich sehr viel Spaß habe.  

Wie hat sich die ITB im Laufe der Jahre verändert? Die ITB ist moderner geworden. Sie schafft heute neben Ausstellerflächen auch Raum für Begegnungen und für Austausch von Meinungen und Informationen. Früher gab es mehr Partys. Große Veranstaltungen, zu denen fast jeder gehen konnte. Das wird heute restriktiver gehandhabt. Außerdem haben wir früher deutlich länger gefeiert.

Ein besonderes Hotelerlebnis? Ich erinnere mich an einen Hotelstreik zur ITB. Ich habe damals im Bristol Kempinski gewohnt. Jetzt muss man dazu wissen, dass ich bei Kempinski in München meine Ausbildung zum Hotelfachmann absolviert habe. Nun, in Berlin, im Bristol, waren wegen des Streiks alle Führungskräfte zum Frühstücksservice angetreten. Der ehemalige F&B-Manager des Vier Jahreszeiten war damals im Bristol beschäftigt. Und als er an meinen Tisch kam, um die Bestellung aufzunehmen, meinte er: er würde mich irgendwoher kennen. Ich habe ihn dann nach kurzer Zeit erlöst und er hat sich gefreut zu sehen, dass auch aus mir etwas geworden ist.

Ihr größte Aufreger auf der ITB? Wir hatten bei Holiday Autos, wo ich knapp 20 Jahre das Marketing geleitet habe, den ersten doppelstöckigen Stand in Halle 25 gebaut. Einer unserer Mietwagen-Partner war etwas schwergewichtig. Als er nach oben ging, hat der Stand bedenklich angefangen zu schwanken. Wir dachten: jetzt ist alles aus. Die herbeigerufenen Statiker meinten allerdings: sitzt, passt, wackelt und hat Luft. Wir kamen uns vor wie auf hoher See bei Sturm – und das fünf Tage lang.

Die beste Party zur ITB? Was soll ich sagen? Wir haben mit Holiday Autos legendäre Partys gefeiert. Jedes Jahr kamen 1.000 feierlaunige Touristiker zu uns. Manchmal waren auch ein paar Gäste von der Straße mit dabei. Das war uns aber egal, so lange die Stimmung gut war. Heute halte ich die Travel-Tech-Party von Giata und Amadeus im Puro für die beste Party der ITB. Geile Location. Aktuelle Musik. Laut. Leckeres Essen.

Ihr größtes Malheur auf der ITB? Das war vor etwa zehn Jahren. Ich hatte eine Entzündung des Magens – was ich damals nicht wusste – und war die ersten Minuten auf der Messe. Ich sagte kurz Hallo am Stand der Allianz. Dann wurde alles dunkel und ich saß schon im Taxi auf dem Weg in ein Berliner Krankenhaus, und kurz danach wieder im Zug nach München. Das war meine kürzeste ITB.

Wie überstehen Sie die ITB? Heute gilt: Kein Alkohol oder alles in Maßen. Viel Wasser. Frühstück, Mittag- und Abendessen. Drei Paar verschiedene Schuhe. Wenn möglich Sneakers. Gute Laune und positive Gedanken. Und einfach Spaß haben. Alles andere ergibt sich.

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