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13. Oktober 2018 | 08:26 Uhr
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DRV-Chef fordert Abschaffung der Pflicht

"Die Preisteile werden durch die Gegend gefahren, um sie dann über den Umweg via Reisebüro und Couchtisch des Kunden ungenutzt in den Altpapier-Containern zu entsorgen", fasst Norbert Fiebig seine Sicht der Dinge zusammen. Deshalb sei es höchste Zeit, die Verpflichtung zum Druck komplexer Preisangaben abzuschaffen. Das sei auch aus ökologischen Gründen sinnvoll, denn jährlich könnte die Branche so 3.000 Tonnen Papier einsparen.

Grundsätzlich sind diese Bestrebungen alles andere als neu. Doch Veranstalter wie Tui, die in der Vergangenheit den Versuch machten, in ihren Katalogen nur noch Eck- oder Beispielpreise anzugeben, scheiterten dabei regelmäßig an rechtlichen Hürden und wurden zurückgepfiffen. Denn gleich drei deutsche respektive europäische Gesetze schreiben die Verpflichtung derzeit noch fest und Verbraucherschützer halten diese im Sinne der Kunden immer noch für notwendig.

"In Zeiten der Digitalisierung verändert sich alles – die Prozesse, die Geschäftsmodelle, die Kommunikation – aber der gedruckte Preisteil soll bleiben?" hält Fiebig dem entgegen und führt anstelle der sonst üblichen Kostenargumente ökologische Aspekte für die Abschaffung der Preisteile in den Katalogen auf. Rund 3.000 Tonnen Papier müssten dafür jedes Jahr bedruckt werden, argumentiert er. Würde man die Blätter der Preisteile nebeneinanderlegen, ergäbe dies eine Fläche von 3.500 Fußballfeldern.

In der Tat ist der Grad, in dem die Preisteile zumindest bei klassischen Bade-Pauschalreisen tatsächlich genutzt werden, seit langem verschwindend gering. Das liegt zum einen an der Komplexität und Unübersichtlichkeit der Druckwerke mit ihren Saisonzeiten, Flughafenzuschlägen, Frübuchertarifen, Kinderpreisen und zahlreichen weiteren Elementen. Zu anderen führt die dynamische Produktion während der Saison ohnehin zu sich ständig verändernden Preisbildern, so dass die gedruckten Katalogpreise zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung oft schon Makulatur sind.

Ihm sei bewusst, dass für einen Wegfall der Vorschrift Gesetzesänderungen erforderlich seien, sagt Fiebig, aber: "Dann muss es eben passieren."

 

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