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24. Februar 2021 | 15:04 Uhr
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Golf Globe will Zusammenarbeit mit Reisebüros ausbauen

Der Golfreisespezialist sieht für sein Geschäft nach der Corona-Krise gute Wachstumschancen. Daran sollen vermehrt auch Reisebüros teilhaben können, deren Mitarbeiter keine ausgewiesenen Golfspezialisten sind.

Golf

Golfreisen haben noch viel Potenzial, glaubt Golf-Globe-Chef Mario Schomann

Rund 30 Millionen Euro Umsatz haben Firmenchef Mario Schomann und sein derzeit zehnköpfiges Team im Geschäftsjahr 2018/19 mit Golfreisen umgesetzt. Dazu trugen zum einen die Produktion des kompletten Golfreisegeschäfts von TUI und zum anderen die eigenen Veranstalteraktivitäten bei. Im März 2020 brach auch bei Golf Globe das Geschäft ein. Zwar erholte es sich im Sommer leicht, doch nachdem Spanien frühzeitig eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes kassierte, blieben bis Ende Oktober fast nur noch die griechischen Golfreiseziele übrig – allen voran die Costa Navarino.

Mit deutlich besseren Umsätzen rechnet Schomann im Sommer und Herbst 2021 und im darauffolgenden Winter. Zwar glaubt er nicht, dass Golf Globe in diesem Jahr schon an die Umsätze von 2019 anknüpfen kann, aber die Zukunftsperspektiven sieht er positiv. "Es gibt in Deutschland rund 650.000 Mitglieder von Golfclubs und ungefähr noch einmal so viele Menschen golfen, ohne in einem Verein zu sein", sagt er. Golfer seien sehr reise‐ und konsumfreudig, konjunkturresistent und verlängerten die touristische Saison für die internationalen Zielgebiete, weil sie oft im Frühjahr und Herbst reisten, zählt der Veranstalterchef auf. Und die Corona-Krise habe die Popularität des seit Jahren wachsenden Golfsegments noch verstärkt.

Wachsende Popularität auch bei Jüngeren

Besonders viele jüngere Leute seien hinzugekommen, erklärt Schomann und führt aus, dass mittlerweile rund 38 Prozent der Golfer im Alter zwischen 40 und 60 Jahren seien; 42 Prozent lägen darüber und bildeten eine Zielgruppe mit viel Zeit und dem nötigen Geld für Reisen.

Seine wichtigste Aufgabe gegenüber dem stationären Vertrieb sieht Schomann darin, auch Reisebüros, die selbst nicht intensiv mit dem Metier vertraut sind, die Scheu vor dem Verkauf von Golfreisen zu nehmen. Zwar seien die 300 bis 500 Top-Seller in dem Segment, mit denen er zusammenarbeite, weiterhin eine sehr wichtige Säule für sein Geschäft. Aber es gebe viele Möglichkeiten, Golfreisen im stationären Vertrieb eine breitere Basis zu verschaffen.

Eigenes Intranet für Agenturen

Neben zehn Prozent Provision von der ersten Buchung an und einer Staffelprovision soll das eigene Intranet für Reisebüros und ein Ausbau der digitalen Buchbarkeit über die eigene API/Schnittstelle und CRS‐Systeme Reisebüros die Zusammenarbeit schmackhaft machen. Sämtliche Angebote seien auch in das Live-Beratungs-Tool Paxlounge übertragbar und könnten auch in Reisebüro-Websites eingebunden werden, erläutert Schomann. Und mit rund 250 Hotels und 500 Golfplätzen inklusive deren Greenfees und buchbarer Abschlagszeiten biete sein Veranstalter ein breites Programm für Individual- und Gruppenreisende an.

"Neben den Reisebüros, die beim Thema Golfreisen bereits gut aufgestellt sind und ihre Kontakte in die Szene haben, wollen wir Büros in der Fläche an das Thema heranbringen, die bislang gelegentlich oder selten damit zu tun hatten", sagt der Golf-Globe-Gründer. So bald es wieder möglich ist, sollen dafür wieder Roadshows, Golfturnierserien und auch Famtrips stattfinden. "Gerade in Zeiten, in denen manche Umsätze im Warmwassergeschäft ins Internet abwandern, ist ein lukratives Nischensegment wie Golfreisen gut geeignet, um sich für die Zukunft zu rüsten", glaubt Schomann.

Christian Schmicke