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22. September 2021 | 07:00 Uhr
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Reiseprofis sind mehrheitlich für 2G-Regel auf Inforeisen

Gut 60 Prozent der rund 700 Teilnehmer an einer Counter-vor9-Umfrage finden die Entscheidung von Schauinsland Reisen, nur Geimpfte und Genesene auf Inforeisen einzuladen, richtig. Jeweils 20 Prozent befürworten hingegen eine 3G-Regel oder finden, dass ausschließlich die Regeln des Reiselandes ausschlaggebend sein sollten.

Corona Impfbescheinigung

In der Frage der 2G-Regel für Inforeisen ist der Reisevertrieb gespalten

Einig ist sich der touristische Vertrieb in der Frage, ob eine Corona-Impfung oder die Genesung von einer Erkrankung zur Voraussetzung zur Teilnahme an Inforeisen gemacht werden sollte, also keineswegs. 60 Prozent sind dafür, 40 Prozent dagegen. Unter letzteren halten sich diejenigen, die dafür sind, neben Impfung und Genesung auch negative Test zu akzeptieren, und diejenigen, die finden, als Zugangsvoraussetzung sollten allein die Regeln der Reiseländer gelten, die Waage. Wie in der Gesamtgesellschaft wird die Debatte um Impfungen auch unter Vertretern des touristischen Vertriebs emotional geführt.

In der Kommentarspalte der Umfrage geht es denn auch hoch her. Auf der einen Seite stehen zahlreiche Kommentare, die den Schritt des Duisburger Veranstalters unterstützen. "Kompliment! Endlich geht ein Veranstalter voran und zieht die 2G Regel durch“, schreibt eine Vertreterin des mobilen Reisevertriebs und fügt hinzu: "Nur so kann mit der Zeit wieder Normalität in den Buchungs-Tourismus einkehren." Andere Reiseprofis werden noch allgemeiner. "Wer sich als Reiseverkäufer nicht impfen lässt, der arbeitet in der falschen Branche", lautet ein Kommentar, der in ähnlicher Form mehrfach zu lesen ist.

Gegner sprechen von "Impfpflicht durch die Hintertür"

Doch es setzt auch harsche Kritik am Vorgehen von Schauinsland. Häufig ist dabei die Rede von "Spaltung" und "Diskriminierung“ oder dem Weg in eine "Zwei-Klassen-Gesellschaft", auf dem man sich befinde, wenn die Teilnahme an Reisen an eine Impfung geknüpft sei. In den meisten Fällen spiegeln die Antworten der Umfrageteilnehmer offenbar die Ansichten zum Thema Corona-Impfung wider. Doch es gibt auch Reiseprofis, die nach eigenen Angaben selbst geimpft sind, sich aber dennoch gegen eine 2G-Regel aussprechen. Sie verweisen darauf, dass auch Geimpfte und Genesene eine Corona-Infektion verbreiten könnten und begründen damit, dass im Sinne der 3G-Regel auch Getesteten die Teilnahme an Reisen ermöglicht werden sollte.

Interessant sind auch die Antworten auf eine Frage, die sich an ungeimpfte Reiseprofis richtete. Rund ein Drittel von ihnen erklärte, er oder sie würde sich impfen lassen, wenn sie sonst nicht mehr auf Inforeisen gehen könnten. Die überwiegende Mehrheit derjenigen, die diese Frage beantworteten, gab hingegen an, in diesem Fall lieber auf die Teilnahme an Inforeisen zu verzichten.

Auch für Kunden gilt immer häufiger 2G

Zum Hintergrund: Der Duisburger Veranstalter Schauinsland Reisen hat angekündigt, künftig nur gegen das Coronavirus geimpfte oder von einer Erkrankung genesene Reiseverkäufer auf seine Inforeisen mitzunehmen. Denselben Schritt hatte zuvor bereits Alltours angekündigt. Auch gegenüber Kunden wenden immer mehr Anbieter die 2G-Regel an. Dazu zählen etwa Kreuzfahrtreedereien, aber auch Veranstalter wie Studiosus und Lernidee Erlebnisreisen. Alltours-Chef Willi Verhuven hatte bereits im Juli erklärt, von November an in den Hotels der Hotels der eigenen Kette Allsun ausschließlich gegen Covid-19 geimpfte und von einer Erkrankung genesene Gäste zu empfangen.

Christian Schmicke

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