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16. Oktober 2018 | 12:41 Uhr
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Was sich Flug-Passagiere am meisten wünschen

Schnellere Sicherheits- und Einreisekontrollen sowie kürzere Wartezeiten und bessere Informationen beim Gepäck stehen oben auf der Wunschliste der Passagiere, hat die IATA ermittelt. Viele sind zudem um Datensicherheit besorgt.

Die Entwicklung der Kundenbedürfnisse versucht die International Air Transport Association (IATA), der Dachverband der Fluggesellschaften, jährlich im Zuge einer groß angelegten Befragung herauszufinden. Dabei befragt sie Flugpassagiere weltweit und veröffentlicht die Ergebnisse im "Annual Global Passenger Survey“ (GPS).

Den aktuellen Ergebnissen der weltweit unter 10.408 Passagieren durchgeführten Umfrage zufolge wollen Reisende vor allem schneller aus- und einchecken. Und sie sind um den Verbleib ihrer persönlichen Daten besorgt. Insgesamt wurden vier Themenfelder abgefragt: Interaktive Daten, Transformation der Flughäfen, Nahtloses Reisen und die Erfahrungen während des Fluges.

Sicherheitskontrollen dazern zu lange

Mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) wünschen sich eine Alternative zum bisher sehr zeitaufwändigen Security Screening, während 53 Prozent die langen Schlangen bei der Einreise auf die Nerven gehen. Fast die Hälfte würde einen digitalen Reisepass bevorzugen; 45 Prozent gaben an, dass sie ihren Reisepass abgeben würden, wenn sie künftig mit einem Selfie einchecken dürften.

Fluggesellschaften testen bereits biometrische Scanner und Gesichtserkennungs-Software, um den Check-in-Prozess zu vereinfachen. Und die IATA selbst arbeite an "einheitlichen Rahmenbedingungen zum sicheren Datenaustausch, zur Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und zum Datenschutz", sagt, Senior Vice President Nick Careen.

Vertrauen in den Datenschutz sinkt

Im Vorjahr waren noch 70 Prozent der Befragten einverstanden, ihre persönlichen Daten an eine Fluggesellschaft weiterzugeben, wenn es dabei um die Verbesserung von individuellen Dienstleistungen geht. In diesem Jahr sind es nur noch 65 Prozent. Bei der IATA vermutet man, dass dieser Rückgang mit dem in den letzten Monaten bekannt gewordenen Fällen von Datenmissbrauch unter anderem bei Facebook und British Airways zusammenhängt.

Auch der Umgang mit dem Gepäck sorgt bei vielen Passagieren für Frust, zeigt der Report. 42 Prozent der Reisenden wollen mehr Platz für ihr Gepäck im Flugzeug selbst, so dass sie gar nicht erst durch die Gepäckaufgabe müssen. 49 Prozent wünschen sich ein Update aufs Handy über den Verbleib ihrer Koffer und wann es voraussichtlich am Gepäckband eintrifft.

Frauen möchten nicht mehr als zehn Minuten auf ihre Taschen warten. Die Millennials sind sogar noch ungeduldiger: Frauen wie Männer wollen ihr Gepäck in weniger als 30 Sekunden abgeben und es in maximal fünf Minuten zurückerhalten.

Mehr Service bei Verzögerungen

46 Prozent der Befragten gaben an, sie erwarteten von einer Fluggesellschaft, im Falle von Verspätungen automatisch auf einen neuen Anschlussflug umgebucht zu werden, inklusive der automatischen Ausstellung neuer Bordkarten – digital.

Nur die Baby Boomer präferieren den persönlichen Kontakt mit einem Kundenservice-Mitarbeiter, wenn Verzögerungen im Reiseverlauf absehbar sind. Sie ziehen die gedruckte der digitalen Bordkarte vor. Mehr als ein Drittel der Flugpassagiere würde gerne Informationen zum Reiseverlauf während des Flugs per Wifi abrufen sowie den weiteren Transport oder Hotelaufenthalt am Zielort buchen.

Andreas Förster

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