Die kanadische Fluggesellschaft Air Canada hat im Tarifstreit mit der Flugbegleitergewerkschaft Cupe eine 72-Stunden-Lockout-Notiz ausgesprochen. Der Flugbetrieb soll bis zum 16. August schrittweise eingestellt werden, heißt es in einer offiziellen Mitteilung der Airline. Erste Flüge werden bereits am Donnerstag, den 14. August, gestrichen, weitere am Freitag. Spätestens am Wochenende sollen Air Canada und die Tochtergesellschaft Air Canada Rouge komplett den Betrieb einstellen.
Von der Einstellung betroffen sind laut Air Canada ausschließlich die beiden Hauptmarken. Regionalflüge von Partnerairlines, wie Jazz und Pals Airlines, sollen wie gewohnt stattfinden. Diese Verbindungen machten jedoch nur rund 20 Prozent des täglichen Passagieraufkommens aus, heißt es weiter.
Hintergrund sind gescheiterte Tarifverhandlungen
Die Tarifgespräche zwischen der Airline und Cupe laufen seit März. Strittig sind vor allem Löhne, Arbeitsregeln und unbezahlte Arbeitszeiten. Air Canada hatte nach eigenen Angaben zuletzt eine Erhöhung der Gesamtvergütung um 38 Prozent über vier Jahre angeboten, ergänzt durch Verbesserungen bei Pensionen, Ruhezeiten und Zusatzleistungen.
Gewerkschaftsvertreter sprechen dennoch von einer "Verhandlungssackgasse". Cupe-Präsident Wesley Lesosky zeigte sich enttäuscht, hofft aber auf eine Einigung noch vor dem geplanten Arbeitskampf. "Wir hoffen, dass Air Canada zu einer rationalen Haltung findet und mit uns die letzten Punkte verhandelt", sagte er.
Staatliche Schlichtung soll Ausweg bringen
Um einen kompletten Stillstand zu verhindern, hat Air Canada eine staatlich angeordnete Schlichtung beantragt. Ob diese vor Inkrafttreten des Lockouts zustande kommt, sei unklar, meldet etwa CBC Canada.
