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Erneut schweres Bahnunglück mit vielen Toten in Spanien

Auf einer Hochgeschwindigkeitsstrecke rund 150 Kilometer südlich von Madrid sind am Mittwochmorgen zwei Schnellzüge zusammengeprallt. Waggons stürzten eine Böschung hinab, der spanische Zivilschutz geht von mindestens 68 Todesopfern aus. Es ist bereits die zweite Katastrophe auf derselben Strecke innerhalb von neun Monaten.

Zwischen den Ortschaften Urda und Orgaz in der zentralspanischen Provinz Toledo kollidierten gegen 9 Uhr ein Zug des privaten Anbieters Iryo und ein Zug der staatlichen Bahngesellschaft Renfe. Laut dem Bahnnetzbetreiber Adif waren beide Züge in Richtung Süden nach Andalusien unterwegs, als einer dem anderen auffuhr. Zwei Waggons entgleisten und stürzten einen Bahndamm hinab. Insgesamt befanden sich nach Angaben der Regionalregierung von Kastilien-La Mancha 544 Passagiere in den beiden Zügen.

Die Opferzahlen stiegen im Laufe des Tages. Der Zivilschutz meldete inzwischen 68 Todesopfer. Spanische Medien zeigten Videoaufnahmen eines völlig zerstörten und ausgebrannten Waggons. Der gesamte Bahnverkehr zwischen Madrid, Ciudad Real und Andalusien wurde in beide Richtungen eingestellt.

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez schrieb auf der Plattform X, er sei „bestürzt über das schwere Zugunglück in Toledo", und sprach den Betroffenen sowie ihren Angehörigen sein Mitgefühl aus. Auch die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Evelyn Palla, äußerte sich. Das Unglück treffe „die Eisenbahnfamilie mitten ins Herz", erklärte sie und dankte den Rettungskräften vor Ort.

Zweite Katastrophe auf derselben Strecke in neun Monaten

Der Zusammenstoß wirft drängende Fragen zur Sicherheit des spanischen Hochgeschwindigkeitsnetzes auf. Erst im Januar dieses Jahres hatte sich auf derselben Strecke und mit denselben Betreibern ein schweres Unglück ereignet: Bei Adamuz in der Provinz Córdoba war ein Iryo-Zug entgleist und mit einem entgegenkommenden Renfe-Zug zusammengeprallt. 46 Menschen kamen dabei ums Leben, mehr als 150 wurden verletzt. Bereits damals löste das Unglück eine Debatte über die Höhe der Investitionen in die Instandhaltung der spanischen Schienenwege aus.

Die spanische Regierung hatte sich schließlich mit den Gewerkschaften auf einen Plan zur Verbesserung der Bahnsicherheit geeinigt. 1,8 Milliarden Euro sollen in die Instandhaltung der Infrastruktur sowie die Schaffung von 3.650 neuen Arbeitsplätzen investiert werden. Insgesamt umfasst das Paket 25 Maßnahmen. Ein angekündigter Lokführerstreik wurde aufgrund der Einigung vorzeitig beendet.