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27. Juli 2026 | 13:42 Uhr
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Großdemo gegen zu viel Tourismus auf Mallorca

Mallorquiner haben am Sonntag in Palma gegen Massentourismus und Wohnungsnot demonstriert. Polizei und Regierung zählten rund 25.000 Teilnehmer, die Organisatoren bis zu 70.000. Sie fordern weniger Gäste, weniger Ferienwohnungen und einen Stopp weiterer Kapazitäten. Am Ende kam es nach Zugangssperren zu Spannungen.

Mallorca Palma

Viele Mallorquiner sind der Ansicht, dass die Zahl der Touristen die Aufnahmekapazität der Insel überschreite 

Zu der Kundgebung hatte die Plattform "Menys turisme, més vida" (Weniger Tourismus, mehr Leben) aufgerufen, unterstützt von 145 Verbänden, Umweltgruppen, Gewerkschaften und Nachbarschaftsinitiativen. Der Zug führte von der Plaza de España durch die Innenstadt von Palma de Mallorca zur Abschlusskundgebung unterhalb der Kathedrale.

Die Veranstalter sehen das Tourismusmodell der Insel an seiner Belastungsgrenze. Auf Plakaten standen Botschaften wie "Mallorca overbooked" und "Keine Kapazität mehr". Die Demonstranten beklagten überfüllte Straßen und Strände, Lärm, Umweltbelastungen und den steigenden Verbrauch knapper Ressourcen.

Wohnungsmarkt im Zentrum der Kritik

Besonders scharf kritisierten die Organisatoren die Lage auf dem Wohnungsmarkt. Nach ihren Angaben werden auf Mallorca mehr als 105.000 Wohnungen legal oder illegal touristisch vermietet. Dadurch steige der Kostendruck, während Einwohner und Beschäftigte in wichtigen Branchen kaum noch bezahlbaren Wohnraum fänden.

Die Organisatoren verlangen, touristisch genutzte Wohnungen wieder dem regulären Wohnungsmarkt zuzuführen. Zudem fordern sie eine Reduzierung der Besucherzahl, eine feste Obergrenze für die Aufnahmekapazität der Insel und einen Stopp neuer Hotelplätze, Mietwagenangebote und großer Gastronomieprojekte.

Auch weitere Investitionen in Häfen, Flughäfen und touristische Werbung lehnt das Bündnis ab. Aktionen zur zusätzlichen Besuchergewinnung während der Hochsaison verschärften die Belastung der Infrastruktur und der Wasserversorgung, argumentieren die Veranstalter. Die bisherigen Maßnahmen der Balearenregierung reichten nicht aus.

Sperren führen zu Tumulten

Am Ende des Protestzuges sperrte die Nationalpolizei zeitweise die Zugänge zum Veranstaltungsareal Ses Voltes. Nach Darstellung der Polizei sollte dadurch gefährliches Gedränge verhindert werden. Viele Teilnehmer konnten die Abschlusskundgebung nicht erreichen.

Eine kleinere Gruppe beschimpfte die Beamten. Die Polizei setzte daraufhin Schlagstöcke ein, um die Gruppe auseinanderzutreiben. Abgesehen von diesen Zwischenfällen verlief die Demonstration weitgehend friedlich.

Weitere Demonstration in Sóller geplant

Die Protestbewegung will ihre Aktionen fortsetzen. Für den 8. August ist bereits eine weitere Demonstration in Sóller angekündigt. Der Ort im Gebirgszug Serra de Tramuntana leidet im Sommer besonders unter überfüllten Straßen sowie starkem Verkehr im Zentrum und am Hafen.

Christian Schmicke

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