Meliá hatte im Juli die Verwaltung von zuletzt 34 Hotels mit rund 14.000 Zimmern auf Kuba vollständig eingestellt. Zuvor hatte der Konzern bereits im Juni die Betreuung von 15 Häusern beendet. Hintergrund waren US-Sanktionen gegen den kubanischen Militärkonzern Gaesa und später auch gegen das Tourismusministerium der Insel. Seit dem 24. Juli führen staatliche Hotelgesellschaften die betroffenen Anlagen.
Die finanziellen Folgen sind erheblich. Meliá musste Guthaben und Vermögenswerte auf Kuba abschreiben, weil deren Rückführung ungewiss ist. Bereits im Halbjahresabschluss hatte der Konzern dafür 79,4 Millionen Euro zurückgestellt. Der Gewinn war dadurch auf 4,1 Millionen Euro gesunken.
Operatives Geschäft wächst weiter
Abseits des Kuba-Geschäfts entwickelt sich Meliá laut Geschäftsbericht positiv. Der Umsatz ohne Veräußerungsgewinne stieg in den ersten neun Monaten um 7,3 Prozent auf 1,71 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte um 3,2 Prozent auf 443 Millionen Euro zu.
Der Erlös pro verfügbarem Zimmer (RevPAR) erhöhte sich um 16,5 Prozent. Der Wert ist allerdings durch den Wegfall der kubanischen Hotels verzerrt. Bereinigt um diesen Effekt und Wechselkurseinflüsse habe das Wachstum 7,6 Prozent betragen, heißt es. Besonders das Spanien-Geschäft mit höheren Zimmerpreisen und stabiler Nachfrage trug laut Meliá zum Ergebnis bei.
US-Sanktionen treffen mehrere Hotelketten
Neben Meliá haben auch Iberostar, Barceló und weitere internationale Betreiber Kuba verlassen. Insgesamt verloren mehr als 30.000 Hotelzimmer auf der Insel ihr internationales Management. Für Kubas ohnehin angeschlagenen Tourismus ist das ein weiterer Rückschlag. In den ersten neun Monaten kamen nur rund 478.000 internationale Besucher, 65 Prozent weniger als im Vorjahr.
