Von den touristischen Ausgaben profitieren nach Erkenntnissen des DWIF nicht nur Hotels und Gastronomie. Auch der Einzelhandel erzielt erhebliche Umsätze mit Übernachtungs- und Tagesgästen. Rund 10,9 Milliarden Euro entfielen 2024 auf Einkäufe vor Ort – vom Lebensmitteleinzelhandel über Direktvermarkter bis zu Boutiquen und Fachgeschäften.
Damit landet nahezu jeder dritte Euro der touristischen Bruttoumsätze im Handel. Die Studie zeigt zugleich, dass sich Reiseverhalten und Ausgabenstrukturen regional unterscheiden.
Tagesgäste bringen zusätzliche Frequenz
Eine wichtige Rolle spielen in Bayern Tagesreisende. Sie sorgen für zusätzliche Nachfrage in Innenstädten, Ortskernen und Ausflugsregionen. Klassische Einkaufsfahrten zählen laut der Studie zu den ausgabenstärksten Reiseanlässen.
Die Autoren sehen daher Potenzial in einer engeren Verknüpfung von Tourismus, Handel, Gastronomie sowie Kultur- und Freizeitangeboten. Gemeinsame Angebote und Vermarktung könnten die Aufenthaltsqualität erhöhen und zusätzliche Kaufkraft vor Ort binden.
Alfred Bauer vom Bayerischen Zentrum für Tourismus betont vor allem die Bedeutung für ländliche Gebiete. Ohne touristische Nachfrage gäbe es dort weniger Einzelhandelsgeschäfte. Tages- und Übernachtungsgäste stützten mit rund elf Milliarden Euro Kaufkraft den Handel in Städten und Regionen.
