Galeria hat wegen erheblicher Liquiditätsprobleme beim Amtsgericht Düsseldorf einen Insolvenzantrag gestellt. Der Geschäftsbetrieb soll zunächst weiterlaufen. Nach Handelsblatt-Informationen handelt es sich diesmal um eine Regelinsolvenz und nicht um ein Verfahren in Eigenverwaltung.
Für die Reisebüros in den Warenhäusern bedeutet das zunächst keine unmittelbaren Veränderungen. „Auf unsere Reisebüros hat sie aktuell keine Auswirkungen“, erklärt die ADAC Hessen-Thüringen Urlaubsreisen GmbH auf Anfrage von Reise vor9. Weder Kunden noch Mitarbeiter müssten derzeit beunruhigt sein.
Mehr als 40 Reisebüros in Galeria-Häusern
Die Gesellschaft betreibt bundesweit in mehr als 40 Galeria-Standorten ADAC-Reisebüros und ist dort jeweils Mieter. Der Geschäftsbetrieb laufe „normal ohne jede Einschränkung“ weiter. Gleichzeitig werde man die weitere Entwicklung sehr genau beobachten.
Damit hängt die längerfristige Perspektive der Reisebüros auch davon ab, welche Warenhäuser Galeria fortführt. Bereits vor dem Insolvenzantrag standen 33 der noch 83 Filialen auf dem Prüfstand. Konkrete Schließungen waren zuletzt noch nicht angekündigt worden.
Mit dem Insolvenzverfahren könnte Galeria nach Handelsblatt-Informationen zudem Mietverträge einseitig kündigen. Damit könnten grundsätzlich weitere Häuser unter Druck geraten. Welche Folgen dies gegebenenfalls für einzelne ADAC-Reisebüros hätte, ist derzeit offen.
Vierte Insolvenz innerhalb von sechs Jahren
Für Galeria ist es nach 2020, 2022 und 2024 bereits der vierte Insolvenzantrag. In den vergangenen Verfahren wurden zahlreiche Warenhäuser geschlossen. Gläubiger und Staat mussten auf Forderungen in Milliardenhöhe verzichten.
Zuletzt hatte sich die wirtschaftliche Lage erneut verschärft. Laut Handelsblatt brachen die Umsätze in den Warenhäusern im Juni, Juli und August um rund 15 Prozent ein, Ende September sogar um 25 Prozent. Eine im Juni vereinbarte Kreditlinie über 160 Millionen Euro konnte die Probleme offenbar nicht lösen.
Für die ADAC-Reisebüros gilt damit vorerst: Der Verkauf läuft weiter wie bisher. Ob alle heutigen Standorte bestehen bleiben können, dürfte sich erst mit dem weiteren Verlauf des Galeria-Verfahrens zeigen.
Christian Schmicke
