Mit dem neuen Fünf-Punkte-Plan reagieren Verkehrsministerium und DB InfraGo auf Probleme der bisherigen Generalsanierungen. Weniger gleichzeitig laufende Großprojekte sollen Bauindustrie und Schienennetz entlasten und die Arbeiten verlässlicher im Zeit- und Kostenrahmen halten.
Gestrichen werden keine Vorhaben. Die verschobenen Korridore sollen später folgen, notwendige Ersatzinvestitionen und Verbesserungen können unabhängig davon umgesetzt werden. Die Reihenfolge ab 2032 wollen Bund und Bahn im kommenden Jahr festlegen.
Umleitungen sollen stabiler werden
Ein Schwerpunkt liegt auf den Ausweichstrecken. InfraGo will diese intensiver vorbereiten und Korridorsanierungen stärker mit anderen Baustellen abstimmen. Dafür können Arbeiten im übrigen Netz verschoben oder angepasst werden. Bei der Sanierung Lehrte – Berlin soll etwa ab Februar ein zweiter Umleitungsweg für den Güterverkehr zur Verfügung stehen.
Auch die Wiederaufnahme des Verkehrs nach einer Vollsperrung soll sich ändern. Statt alle Verkehre gleichzeitig zurückzuholen, ist ein stufenweiser Hochlauf vorgesehen. In der Regel sollen zunächst Güterzüge als Belastungsfahrten rollen, Personenzüge folgen später. Zusätzliche Fahrzeitreserven oder zunächst reduzierte Kapazitäten sollen Anlaufprobleme begrenzen.
Bei der Digitalisierung einigen sich Bund und Bahn auf ein einheitlicheres Vorgehen. Ab Anfang der 2030er-Jahre soll bei Korridorsanierungen grundsätzlich das europäische digitale Zugsteuerungssystem ETCS Level 2 ohne Signale eingebaut werden. Bis dahin sollen erneuerte Stellwerke bereits ETCS-fähig sein und Strecken technisch für die spätere Umrüstung vorbereitet werden.
13 Korridore bis 2031
Für 2027 stehen Lehrte – Berlin, Rosenheim – Salzburg und Fulda – Hanau auf dem Plan. 2028 folgen Köln–Koblenz, die erste Etappe München – Rosenheim, Hagen – Unna – Hamm und Lübeck – Hamburg. 2029 sind Hamburg – Hannover, Würzburg – Ansbach – Treuchtlingen und Aachen – Köln vorgesehen.
2030 sollen Stendal–Magdeburg und Uelzen – Stendal saniert werden, 2031 Lehrte – Groß Gleidingen sowie die zweite Etappe München – Rosenheim.
Das Grundprinzip bleibt bestehen: Nach einer Korridorsanierung soll eine Strecke möglichst bis zu zehn Jahre weitgehend frei von größeren baubedingten Einschränkungen bleiben. Das Ziel, infrastrukturbegingte Störungen um 80 Prozent zu senken, soll künftig spätestens 100 Tage nach Wiederinbetriebnahme erreicht werden.
Christian Schmicke
