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Beben in der Chefetage von Tripadvisor

Bei Tripadvisor stehen CEO Matt Goldberg (Foto) und Finanzchef Michael Noonan vor dem Abschied. Zugleich streicht der Konzern rund 425 Stellen und kämpft mit sinkender Rentabilität und wachsender Konkurrenz durch KI-Anwendungen. Die Ankündigungen ließen die Aktie um 27 Prozent einbrechen. Tripadvisor will das rückläufige Hotelvergleichsgeschäft umbauen und das Geschäft mit Ausflügen stärken.

Goldberg wird Tripadvisor noch bis zum 16. Februar 2027 führen, um einen geordneten Übergang zu ermöglichen. Der Verwaltungsrat hat bereits eine Personalberatung mit der Suche nach einem Nachfolger beauftragt. Der bisherige CEO scheidet zugleich aus dem Verwaltungsrat aus. Das Unternehmen machte keine Angaben zu den Gründen für seinen Abgang.

Finanzchef Michael Noonan verlässt Tripadvisor bereits zum Jahresende, um eine andere berufliche Möglichkeit wahrzunehmen. Seine Aufgaben übernimmt ab Januar zunächst Kristen Dalton, die bisher als Chief Strategy and Operations Officer tätig ist und seit 2019 für Tripadvisor arbeitet.

Stellenabbau und sinkende Rentabilität

Parallel zum Führungswechsel baut Tripadvisor rund 425 Stellen bei Beschäftigten und externen Auftragnehmern in der Sparte Hotels & Other ab. Die Maßnahme ist Teil einer laufenden Restrukturierung, mit der der Konzern Kosten senken und sein traditionelles Hotelgeschäft vereinfachen will.

Die Geschäftszahlen erhöhen den Druck. Im dritten Quartal ging der bereinigte Gewinn aufgrund gestiegener Ausgaben zurück. Bei stagnierenden Umsätzen wachsen die Zweifel, ob Tripadvisor wieder profitabel wachsen kann. An der Börse reagierten Anleger mit einem Kurssturz von bis zu 27 Prozent.

KI setzt Hotelvergleichsgeschäft unter Druck

Hinzu kommt der strukturelle Wandel bei der Reiseplanung. Immer mehr Verbraucher nutzen Google und KI-Assistenten, um Hotels und Reiseziele zu vergleichen. Das schwächt nach Einschätzung von Analysten das traditionelle Metasuchgeschäft von Tripadvisor, das auf Werbeeinnahmen und Provisionen für die Weiterleitung von Kunden basiert.

Der Konzern versucht, die rückläufige Bedeutung des Hotelvergleichs durch den Ausbau seiner Buchungsplattform Viator für Ausflüge und touristische Aktivitäten auszugleichen. Eine neue Führung soll diesen Umbau beschleunigen und Tripadvisor wieder auf einen profitablen Wachstumskurs bringen.

Christian Schmicke