Der Infraplan soll künftig die langfristigen Ziele für die Schiene mit konkreten Projekten und der Haushaltsplanung verbinden. Der Bund legt Ziele und Prioritäten fest, DB Infra Go soll sie umsetzen. Der Plan wird jährlich fortgeschrieben und soll noch in dieser Legislaturperiode gesetzlich verankert werden.
Dabei ist der Handlungsdruck erheblich. Der Anteil der Zugkilometer auf stark überlasteten Netzabschnitten stieg zwischen 2020 und 2025 von 3,7 auf 6,3 Prozent. Immer mehr Strecken stoßen damit an strukturelle Kapazitätsgrenzen.
Mehr Geld für Ausbauprojekte
Für Neu- und Ausbauvorhaben des Bedarfsplans sind 2026 Bundesmittel von 2,4 Milliarden Euro vorgesehen. 2027 sollen es 2,9 Milliarden und ab 2028 jährlich 3,4 Milliarden Euro sein. Dieses Niveau ist nach aktueller Planung bis 2030 vorgesehen.
Zu den Maßnahmen zählen neue Gleise und Elektrifizierungen ebenso wie kleinere Eingriffe, die Engpässe beseitigen sollen. Vorgesehen sind unter anderem Projekte an der S-Bahn in Berlin und Köln, der Ausbau der Strecke Karlsruhe – Basel, die Strecke Angermünde – Stettin sowie der Erdinger Ringschluss zum Münchner Flughafen.
2026 stehen große Korridorsanierungen an
Für dieses Jahr nennt der Plan fünf große Korridorsanierungen mit zusammen gut 700 Streckenkilometern: Hamburg – Berlin, Hagen – Wuppertal – Köln, Nürnberg – Regensburg, Obertraubling – Passau und Troisdorf – Wiesbaden. Wie es ab 2027 mit dem Programm weitergeht, ist dagegen noch offen. Die Strategie der Korridorsanierungen wird derzeit überprüft und soll erst im Infraplan 2027 neu festgelegt werden.
Wie dringend eine Stabilisierung des Netzes ist, zeigen weitere Kennzahlen. Die Zahl der Trassenstornierungen außerhalb der Verantwortung der Bahnunternehmen, also infrastrukturbedingter Zug- und Teilstreckenausfälle, stieg von gut 1,5 Millionen im Jahr 2024 auf mehr als 1,6 Millionen 2025. Ursachen waren unter anderem Bauarbeiten, Störungen und nicht verfügbare Infrastruktur.
Auch die durchschnittliche Zahl der Langsamfahrstellen nahm stark zu. Nach 57 im Jahr 2021 waren es 2025 bereits 262. Solche Geschwindigkeitsbeschränkungen entstehen unter anderem durch Schäden, Alterung der Anlagen und laufende Instandhaltung und wirken sich direkt auf die Pünktlichkeit aus.
Der Parlamentarische Staatssekretär Ulrich Lange räumte bei einer Pressekonferenz ein, dass sich die Probleme nicht kurzfristig lösen lassen. Entscheidend sei für Fahrgäste am Ende, "ob die Bahn verlässlich fährt". Genau daran solle sich der neue Infraplan messen lassen.
Christian Schmicke
