News für die Reiseindustrie

Bustouristik bringt 5,9 Milliarden in die Destinationen

Bus- und Gruppenreisen bringen nach Angaben des Busreiseverbandes RDA jährlich rund 5,9 Milliarden Euro in Destinationen im In- und Ausland. Davon entfallen 4,33 Milliarden Euro auf Busurlaubs- und Kurzreisen, weitere 1,52 Milliarden geben Gäste vor Ort aus. Das Umsatzniveau liegt über dem von 2019, beruht aber auf höheren Preisen. Die Zahl der Reisen bleibt deutlich darunter.

2025 unternahmen die Deutschen rund 2,92 Millionen Busurlaubsreisen mit mindestens fünf Tagen Dauer sowie 2,15 Millionen Kurzreisen von zwei bis vier Tagen. Wichtigstes Ziel war Deutschland mit gut einem Viertel aller Busurlaubsreisen, gefolgt von Italien und Polen.

Von den Ausgaben profitieren laut RDA besonders ländliche Regionen, die Gruppen ohne Reisebus kaum erreichen würden. Die Branche wird von rund 2.560 überwiegend mittelständischen Unternehmen im Gelegenheitsverkehr getragen. Viele davon sind Familienbetriebe mit durchschnittlich fünf Reisebussen.

Preise steigen, Gästezahlen bleiben zurück

Der Umsatz der Bustouristik liegt inzwischen über dem Niveau von 2019. Dahinter steckt allerdings kein Mengenwachstum. Gegenüber dem Vor-Corona-Jahr fehlen noch rund 22 Prozent der Busurlaubsreisenden und 36 Prozent der Kurzreisenden.

Eine Busurlaubsreise kostete 2025 im Schnitt 1.081 Euro und damit etwa 35 Prozent mehr als 2019. Zugleich verkürzen die Gäste ihre Reisen. Die durchschnittliche Dauer sank von 10,7 Tagen im Jahr 2024 auf 9,5 Tage 2025.

Busreisen erreichen ältere und ländliche Zielgruppen

Das Durchschnittsalter der Busreisenden liegt bei 63 Jahren, mehr als die Hälfte ist mindestens 70 Jahre alt. Rund 63 Prozent leben in Orten mit weniger als 50.000 Einwohnern, oft mit eingeschränkter Anbindung an Bahn und Flughäfen. Etwa 52 Prozent wohnen in Haushalten mit einem monatlichen Nettoeinkommen von höchstens 2.499 Euro.

RDA-Präsident Benedikt Esser sieht deshalb neben der wirtschaftlichen auch eine gesellschaftliche Funktion. "Der Reisebus ist weit mehr als ein Verkehrsmittel. Er ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe und kulturellen Austausch."

RDA fordert Technologieoffenheit

Mit Blick auf die Antriebswende warnt der Verband vor zu hohen Kosten. E-Reisebusse dürften laut RDA fast doppelt so teuer sein wie Dieselmodelle. Gleichzeitig fehlten Ladepunkte an Hotels und touristischen Zielen fast vollständig. Auf langen Strecken könnten Ladezeiten zudem mit Lenk- und Ruhezeiten der Fahrer kollidieren.

Der Verband fordert deshalb, den erneuerbaren Kraftstoff HVO100 bei den Flottengrenzwerten für Reisebusse anzuerkennen und die Produktion zu fördern. Nach RDA-Angaben lassen sich damit die Treibhausgasemissionen der bestehenden Flotte um rund 89 Prozent senken.

Esser will diese Position am 7. Oktober als Sachverständiger bei einer öffentlichen Anhörung zur Bustouristik im Tourismusausschuss des Bundestages vertreten.