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Chinesische Trip.com Group übernimmt Mehrheit an E-hoi

Die chinesische Trip.com Group übernimmt die Mehrheit am Frankfurter Kreuzfahrtspezialisten E-hoi. Der Kauf wurde am 4. September abgeschlossen, der Preis bleibt geheim. Gründer und CEO Detlev Schäferjohann (Foto) bleibt Gesellschafter und führt das Unternehmen mit Nicolay Merkt weiter.

E-hoi solle innerhalb des Konzerns eigenständig bleiben; Marken, Standorte und Teams werden beibehalten, heißt es in einer Mitteilung. Mit der Übernahme steigt einer der großen Online-Reisekonzerne in den europäischen Kreuzfahrtvertrieb ein. Zur Trip.com Group gehören unter anderem Trip.com, Ctrip, Skyscanner und Qunar. Der Konzern wurde 1999 gegründet und ist an den Börsen Nasdaq und Hongkong notiert.

E-hoi wiederum ist seit 2003 am Markt und inzwischen in acht europäischen Ländern aktiv: Deutschland, Österreich, Niederlande, Schweiz, Spanien, Belgien, Portugal und Frankreich. Neben der Vermittlung von Hochsee- und Flusskreuzfahrten ist das Unternehmen auch als Veranstalter und im Chartergeschäft tätig.

E-hoi soll eigenständig bleiben

An der operativen Führung soll sich durch den Eigentümerwechsel zunächst wenig ändern. Schäferjohann bleibe CEO und Gesellschafter, Merkt weiterhin Managing Director, teilen die Akteure mit. Auch die bestehenden Marken, Standorte und Teams sollen unverändert bestehen bleiben.

Für Kunden und Partner ändere sich im Tagesgeschäft nichts, versichern die Unternehmen. Buchungen, Services, Ansprechpartner und bestehende Prozesse sollen fortgeführt werden.

Trip.com bringt Technologie und Reichweite ein

Strategisch wollen beide Seiten vor allem ihre technologischen Fähigkeiten verbinden. E-hoi verfügt über eine eigene Plattform und erzielt nach eigenen Angaben eine Online-Buchungsquote "deutlich über dem Branchendurchschnitt". Die Trip.com Group bringt ihre internationale Reichweite sowie Technologie in Bereichen wie Künstlicher Intelligenz, Flug- und Hotelangeboten mit.

Schäferjohann sieht darin vor allem Chancen, KI-Anwendungen stärker voranzutreiben. Trip.com-Manager Ray Chen nennt Europa einen der wichtigsten Kreuzfahrtquellmärkte und betont, zunächst solle das bestehende E-hoi-Geschäft weiterentwickelt werden.

Christian Schmicke