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30. Juli 2026 | 13:13 Uhr
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Cyberkriminelle zielen auf Buchungen und Zahlungsdaten

Cyberkriminelle nutzen bekannte Reisemarken, um Zugangsdaten und Geld zu erbeuten. Der Sicherheitsdienstleister Kaspersky registrierte binnen eines Jahres rund 268.000 Angriffsversuche im Umfeld großer Transport-, Reise- und Buchungsplattformen, wie Emirates oder Uber. Gefälschte Entschädigungen, Buchungsseiten und Apps sollen Reisende zur Herausgabe persönlicher Daten bewegen.

Cyber-Angriff Hacker Computer iStock solarseven.jpg

Besonderer Beliebtheit erfreuen sich bei Cyberkriminellen Transportunternehmen

Für die Analyse untersuchte Kaspersky nach eigenen Angaben Bedrohungen, die vom zweiten Quartal 2025 bis zum ersten Quartal 2026 unter dem Namen bekannter Reise- und Transportanbieter verbreitet wurden. Dazu zählten Fluggesellschaften, Fahrdienste, Online-Reisebüros und Buchungsplattformen.

Auf Transportmarken entfiel mit 262.663 erkannten Angriffsversuchen der weitaus größte Anteil. In 61 Prozent der Fälle nutzten die Täter das Erscheinungsbild von Emirates, bei weiteren 37 Prozent gaben sie sich als Uber aus. Andere untersuchte Marken spielten damit zahlenmäßig nur eine geringe Rolle.

Schadsoftware zielt auf Bankdaten

Am häufigsten entdeckte Kaspersky Trojaner. Sie machten 30,5 Prozent der Funde im Umfeld von Transportmarken aus. Weitere 22,5 Prozent entfielen auf sogenannte Banking-Trojaner, die Zugangsdaten und Zahlungsinformationen stehlen sollen.

Die Täter interessieren sich damit nicht nur für Reise- oder Buchungsdaten. Häufig zielen die Angriffe direkt auf Bankkonten und Kreditkarten. Zeitdruck, bekannte Markennamen und regelmäßige Zahlungsvorgänge erleichtern den Betrug.

Falsche Entschädigung im Namen von Ryanair

Eine von Kaspersky untersuchte Phishing-Seite imitierte Ryanair. In einer Nachricht wurde Betroffenen eine Entschädigung für einen Flug versprochen. Um die Zahlung zu erhalten, sollten sie ihre Zugangsdaten eingeben oder eine kleine Bearbeitungsgebühr überweisen.

Ein Countdown setzte die Empfänger zusätzlich unter Druck. Nach Angaben der Sicherheitsexperten ist diese künstliche Dringlichkeit ein Warnsignal. Fluggesellschaften verlangten weder eine Entscheidung innerhalb weniger Sekunden noch eine Vorauszahlung für eine Rückerstattung.

Direkter Draht statt Links und Mails

Der Sicherheitsdienstleister rät, Buchungsseiten und Apps direkt aufzurufen und Links aus E-Mails, Kurznachrichten oder sozialen Netzwerken zu meiden. Vor der Eingabe von Zahlungsdaten sollte zudem die Internetadresse geprüft werden.

Starker Zeitdruck, ungewöhnliche Zahlungsmethoden und auffällig günstige Angebote gelten als weitere Warnzeichen. Für Reisekonten empfiehlt das Unternehmen unterschiedliche Passwörter und eine Mehrfaktor-Authentifizierung. Apps sollten nur aus offiziellen Stores stammen, QR-Codes ausschließlich aus vertrauenswürdigen Quellen.

Christian Schmicke

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