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Europa droht im Winter Kerosinmangel

Europa steuert im vierten Quartal auf einen Kerosinengpass zu. Das Londoner Analysehaus Energy Aspects erwartet ein Defizit von 510.000 Barrel pro Tag. Zugleich sind die Bestände im wichtigen Raffineriezentrum Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen auf den niedrigsten Stand seit sieben Jahren gefallen. Nach Ausfällen aus Nahost steigen die Importe unter anderem aus Südkorea.

Seit Beginn des Iran-Kriegs vor mehr als einem halben Jahr sind nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters rund die Hälfte der europäischen Kerosinimporte aus dem Nahen Osten weggefallen. Europa bezieht deshalb mehr Flugtreibstoff aus Ländern wie Nigeria, den USA, Kanada und zunehmend auch aus Südkorea.

Energy Aspects rechnet für Europa im vierten Quartal mit einem täglichen Defizit von 510.000 Barrel, rund 81 Millionen Liter. Im Gegensatz dazu erwartet die Beratung für die USA einen Überschuss von 18.000 Barrel täglich und für den asiatisch-pazifischen Raum 419.000 Barrel. Bereits im dritten Quartal zeigt sich ein ähnliches Bild.

Südkorea liefert deutlich mehr

Im September stiegen die europäischen Kerosinimporte aus Südkorea auf den höchsten Wert seit Oktober 2022. Begünstigt werden die Lieferungen durch den Preisunterschied zwischen Asien und Europa. Die höheren europäischen Preise machen Exporte für Händler attraktiver. Südkorea hatte die Kerosinproduktion im Juli zugleich auf den höchsten Stand seit sieben Jahren gesteigert.

Zusätzlichen Druck erzeugen die niedrigen Vorräte. Im Raffinerie- und Lagerzentrum Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen sanken die unabhängig gelagerten Kerosinbestände in der Woche bis zum 10. September auf den tiefsten Stand seit sieben Jahren.

Europa bleibt damit stark von zusätzlichen Importen abhängig. Weitere Störungen der Versorgung aus dem Nahen Osten könnten die Lage verschärfen, während die Nachfrage durch Lieferungen aus weiter entfernten Regionen ausgeglichen werden muss.