News für die Reiseindustrie

Verbände entdecken neue Haken bei Rettungspaketen

Der DRV hat ermittelt, dass Veranstalter für die staatliche Absicherung der Reise nun mit einer "Garantieprämie" zur Kasse gebeten werden sollen. Und der ASR will aus dem Bundeswirtschaftsministerium erfahren haben, dass neben Reisebüros ausschließlich Veranstalter mit Direktvertrieb ihre Margenausfälle als Betriebskosten geltend machen können.

Ein Änderungsantrag der Koalition zum Gesetzentwurf über die staatliche Absicherung von Reisegutscheinen für aufgrund der Corona-Pandemie abgesagte Reisen sehe vor, dass der Bund von den Reiseveranstaltern, die an ihre Kunden Reisegutscheine ausgeben, für die staatliche Absicherung der Gutscheine eine Garantieprämie zu verlangen dürfe, berichtet der DRV. Die Bundesregierung habe "die riesigen wirtschaftlichen Herausforderungen der Reisewirtschaft nach wie vor offensichtlich nicht verstanden", schimpft Verbandspräsident Norbert Fiebig.

Nach Informationen des ASR plant das Wirtschaftsministerium nun einerseits, dass Reisebüros die ihnen entgangenen Provisionen zumindest anteilig erstattet bekommen, indem diese wie Betriebskosten behandelt werden. Im Bereich der Reiseveranstalter sollten hingegen ausschließlich Veranstalter mit Direktvertrieb ihre Margenausfälle geltend machen können. Reiseveranstalter, die über Reisebüros vertrieben, blieben nach dem Entwurf des Bundeswirtschaftsministeriums von dieser Finanzhilfe ausgeschlossen, so der Mittelstandsverband.

Auf Nachfrage sei dem ASR zur Begründung erklärt worden, "dass Direktvertriebler ähnlich wie Reisebüros arbeiten", heißt es. "Das ist nicht nur falsch, es schafft auch eine massive Wettbewerbsverzerrung", kritisiert ASR-Präsident Jochen Szech. Denn mittelständische B2B-Veranstalter sähen so "keinen Cent". Nicht nur für viele Veranstalter, auch für die Reisebüros sei dies eine schlechte Nachricht: "Mit dieser 'Lex TUI' bleiben TUI, DER, FTI und noch zwei, drei andere Konzerne bestehen, da sie sich über Staatshilfen, andere Geschäftszweige oder ausländische Investoren die notwendige Liquidität verschafft haben. Die Reisebüros werden nun auf Gedeih und Verderb dem Konditionsdiktat der Großveranstalter ausgesetzt sein", wettert der Verbandschef.