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14. Januar 2019 | 15:51 Uhr
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Verbände wettern gegen Streik des

Am Dienstag werden sich viele Flugpassagiere in Geduld üben oder ihre Reisepläne gleich verschieben müssen. An acht deutschen Airports streikt das Sicherheitspersonal von den frühen Morgenstunden bis zum Abend. Allein in Frankfurt fallen deshalb rund 470 von 1.200 geplanten Verbindungen aus. Die übrigen betroffenen Airports sind München, Hamburg, Leipzig/Halle, Dresden, Erfurt, Hannover-Langenhagen und Bremen.

Nicht nur für die Flughäfen und Airlines, sondern auch für Veranstalter und Reisebüros bringt der Streik jede Menge Ärger und Arbeit. Sie müssen Passagiere umbuchen, Reiserouten anpassen, sich um Stornierungen kümmern, Beschwerden entgegennehmen und für Transfers sorgen, wenn die Airline zur Umgehung des Streiks von einem neuen Abflughafen aus startet.

"Bogen überspannt"

Das treibt die touristischen Verbände auf die Barrikaden. "Mit der für morgen geplanten Streikwelle wird der Bogen nun endgültig deutlich überspannt", sagt etwa DRV-Präsident Norbert Fiebig. Die Leidtragenden seien „die vielen Zehntausend Menschen, die ihre Reisen nicht wie geplant antreten können“. Auch die Reisebüros in Deutschland seien durch die Streiks erheblich in Mitleidenschaft gezogen. "Sie bekommen den Ärger ihrer Kunden ab und kämpfen dafür, das Vertrauen in die Reisewirtschaft wieder herzustellen. Sie leisten erhebliche, unentgeltliche Mehrarbeit, indem sie Beschwerden annehmen und Unterkünfte und Reiserouten umbuchen", zürnt der DRV-Chef.

"Keine Rede von Warnstreik"

Der Umfang der Warnstreiks bei laufenden Verhandlungen sei "unverhältnismäßig", so Fiebig. Es müsse "endlich aufhören, dass sehr kleine Gruppen zur Durchsetzung ihrer Interessen einen ganzen Wirtschaftszweig lahmlegen können". In dasselbe Horn stößt der Dachverband BTW. "Erneut wird ein Tarifkonflikt einer einzelnen Berufsgruppe auf dem Rücken von Hunderttausenden Passagieren, den Luftverkehrsbetrieben und vielen weiteren Unternehmen der deutschen Tourismuswirtschaft ausgetragen – wohlwissend um die immensen Auswirkungen, die der Ausstand einzelner Berufsgruppen auf den Flugbetrieb und damit einen zentralen Baustein der touristischen Dienstleistungskette hat", sagt Generalsekretär Michael Rabe. "Von Warnstreiks, also der Idee punktueller Warnsignale Richtung Arbeitgeber, kann hier definitiv keine Rede mehr sein“, kritisiert er. Die Gewerkschaft Verdi möge "dieses rücksichtslose und unverhältnismäßige Vorgehen beenden und stattdessen an einem sinnvollen Kompromiss am Verhandlungstisch weiterarbeiten".

Betroffene nicht mal Tarifpartei

"Es ist unver­ant­wort­lich von Verdi, die Streiks bis zum exor­bi­tan­ten Exzess aus­zu­deh­nen", schimpft auch Ralph Bei­sel, Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Flug­ha­fen­ver­ban­des ADV. Dauer und Umfang der Streiks seien "unver­hält­nis­mä­ßig und mehr als rück­sichts­los" und den Flug­hä­fen seien die Hände gebun­den. "Ein­mal mehr wer­den die Flug­hä­fen als Schau­platz in einem Arbeits­kampf miss­braucht, bei dem sie noch nicht ein­mal Tarif­par­tei sind", so Beisel.

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