Die zusätzliche Zeit halte sie dennoch für sinnvoll, sagt Beyer im Reise vor9 Podcast. Detailfragen seien noch offen. Als Beispiel nennt sie Kosten für den Sicherungsschein, die zwar in die Marge einfließen, aber in Deutschland und nicht auf den Malediven entstehen. Zudem sei der Rechenweg komplex. Beyer berichtet von erheblichem Druck aus internationalen Märkten wie China, Russland und Italien, die Regelung noch zu verändern oder zu vereinfachen.
Weitere Änderungen möglich
Für endgültig beschlossen hält sie die Regelung ungeachtet der Verschiebung offenbar nicht. In mehr als 40 Jahren Malediven-Erfahrung habe sie häufiger erlebt, dass angekündigte Maßnahmen später wieder zurückgenommen wurden. „Das letzte Wort“ müsse daher noch nicht gesprochen sein.
Sollten die 17 Prozent auf die Marge wie geplant kommen, erwartet Beyer für die Reisepreise überschaubare Folgen. Nach ihrer groben Schätzung könnte eine Maledivenreise dadurch insgesamt um zwei bis drei Prozent teurer werden.
Für mögliche Kontrollen müssten Veranstalter ihre Margen nachweisen und Rechnungen in englischer Sprache vorhalten. Nach Einschätzung Beyers können die maledivischen Behörden die Angaben auch über die Buchungsdaten der Resorts nachvollziehen.
Buchungen erholen sich nach Einbruch
Die Nachfrage bei Stop Over Reisen entwickelt sich nach Beyers Angaben deutlich besser als die internationalen Ankunftszahlen der Malediven. Nach einem starken Jahresauftakt habe der Iran-Krieg im März und April zunächst für einen massiven Buchungseinbruch gesorgt. Viele Kunden hätten jedoch lediglich abgewartet und später gebucht. Im Juli und August sei die Nachfrage zurückgekommen, inzwischen liege Stop Over deutlich über dem Vorjahr.
Probleme bereiteten zeitweise vor allem die Flugverbindungen über die Golfstaaten. Emirates, Qatar Airways und Etihad flogen laut Beyer zeitweise nicht oder nur eingeschränkt. Die Schweizer Lufthansa-Tochter Edelweiss habe dagegen zusätzliche Sommerverbindungen angeboten. Inzwischen nutzten viele Kunden wieder Emirates, auch wenn Stop Over für den Winter Fluggesellschaften empfehle, deren Routen nicht über die Region führen.
Malediven werden stärker zum Sommerziel
Einen weiteren Trend sieht Beyer bei Sommerreisen. Entscheidend sei vor allem der Preis: In der Nebensaison lasse sich mit demselben Budget länger oder hochwertiger reisen. Zugleich sei das Wetter in den vergangenen fünf Sommern nach ihren Beobachtungen stabil gewesen.
Auch das Hotelangebot wächst weiter. Als Beyer vor 37 Jahren mit den Malediven begann, habe es acht Hotels gegeben, heute seien es 189. Trotz ihrer persönlichen Einschätzung, dass eine Sättigungsgrenze erreicht sein könnte, würden weiterhin Inseln erschlossen und neue Resorts internationaler Marken angekündigt.
Christian Schmicke
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