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Wechsel an der Spitze von Eurostar

Bei Eurostar erfolgt ein Führungswechsel. Christophe Fanichet (Foto), ehemaliger Chef der französischen Bahngesellschaft SNCF Voyageurs, übernimmt zum 1. Dezember die Leitung des Hochgeschwindigkeitszugbetreibers. Er folgt auf Gwendoline Cazenave, die nach vier Jahren ausscheidet. Bis zu Fanichets Amtsantritt führt der bisherige Vizechef Matthieu Quyollet das Unternehmen kommissarisch.

Fanichet bringt knapp 20 Jahre Führungserfahrung aus der französischen SNCF-Gruppe mit. Von Januar 2020 bis Juli 2026 stand er als Präsident und CEO an der Spitze von SNCF Voyageurs. Seit 2022 gehört er zudem dem Verwaltungsrat der Eurostar Group an. Er kennt damit sowohl den europäischen Hochgeschwindigkeitsverkehr als auch das Unternehmen, dessen Leitung er nun übernimmt.

Seine wichtigste Aufgabe soll es sein, die geplanten Investitionen in neue Züge und Strecken umzusetzen. „Wir müssen die notwendigen Investitionen und Veränderungen umsetzen, um das Wachstum von Eurostar in einem wettbewerbsintensiven Umfeld zu sichern“, sagt Fanichet. Dabei kann er auf rund 2.500 Mitarbeiter zurückgreifen.

Cazenave führte Eurostar und Thalys zusammen

Seine Vorgängerin Gwendoline Cazenave leitete Eurostar seit 2022. In ihre Amtszeit fiel die Zusammenführung von Eurostar und Thalys unter einer gemeinsamen Marke. Zugleich baute das Unternehmen sein internationales Streckennetz aus und erreichte 2025 die Marke von 20 Millionen Fahrgästen.

Nach Angaben von Cazenave stieg der Umsatz seit 2022 um mehr als 30 Prozent. Die operative Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen liegt bei 18 Prozent. Der Verwaltungsrat würdigte ihren Beitrag zur Neuausrichtung des Unternehmens. Gründe für ihren Rücktritt werden nicht genannt.

Zwei Milliarden Euro für neue Doppelstockzüge

Ein Schwerpunkt der weiteren Entwicklung soll die Modernisierung der Flotte sein. Eurostar hat beim französischen Hersteller Alstom bis zu 50 Hochgeschwindigkeits-Doppelstockzüge des Typs Celestia bestellt. Die Investition beläuft sich auf zwei Milliarden Euro. Die ersten Züge sollen ab Mai 2031 eingesetzt werden.

Derzeit betreibt Eurostar 51 Hochgeschwindigkeitszüge und verbindet rund 20 Ziele in Deutschland, Belgien, Frankreich, den Niederlanden und Großbritannien.

Mehrheitseigentümer ist die französische SNCF-Gruppe mit 55,75 Prozent. Weitere Anteilseigner sind die kanadische Investmentgesellschaft CDPQ mit 19,31 Prozent, die belgische Bahn SNCB mit 18,5 Prozent sowie der Federated Hermes Infrastructure Fund mit 6,44 Prozent.