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Cashback treibt Zahl der Reisebüro-Optionsbuchungen hoch

Der Wettbewerb mit Cashback-Portalen führt offenbar zu immer mehr Optionsbuchungen. Laut einer Umfrage unter rund 700 Reisebüros sichern sich knapp 76 Prozent nach Beratungen vorsorglich Kontingente, um eine Buchung über rabattierende Online-Portale zu verhindern. Die Folge seien blockierte Kapazitäten und verfallende Optionen, die das Geschäft der Veranstalter belasten können.

Die von der Unternehmensberatung Hübner & Kollegen veröffentlichte Erhebung zeigt nach Auffassung der Initatoren Max Hübner und Alain Freeman, wie Reisebüros auf den Wettbewerb mit Cashback-Anbietern reagieren. Von 699 Büros, die die entsprechende Frage beantworteten, legten 36,3 Prozent grundsätzlich nach jeder Beratung eine Option an, sofern das möglich ist. Weitere 39,5 Prozent nutzten diese Möglichkeit gezielt, um knappe Kontingente für den Online-Vertrieb zu sperren, heißt es.

Hintergrund sind demnach die bekannten Buchungsverluste an Portale, die Kunden Rückvergütungen anbieten. Insgesamt 88,8 Prozent der befragten Reisebüros hätten berichtet, dass bereits beratene Kunden anschließend dort buchten. Bei 58,7 Prozent liege der Anteil verlorener Angebote nach eigenen Angaben zwischen zehn und 50 Prozent.

Optionen könnten verfügbare Kapazitäten blockieren

Die vorsorglichen Reservierungen haben nach Einschätzung der Reiseprofis – Freeman betreibt das Reisebüro Earlybird Bergedorf in Hamburg – auch Folgen für die Veranstalter. Entschieden sich Kunden trotz gesperrter Kontingente für ein anderes Online-Angebot, blieben die ursprünglich reservierten Zimmer oder Flugplätze bis zum Ablauf der Optionsfrist blockiert, so ihre These.

Diese Kapazitäten stünden währenddessen anderen Kunden nicht zur Verfügung. Verfielen die Optionen ungenutzt, könnten den Veranstaltern Buchungen entgehen. Wie groß die dadurch entstehenden wirtschaftlichen Schäden tatsächlich sein könnten, beziffert die Untersuchung indes nicht.

Cashback-Praxis bleibt ein Thema

Die Auswertung zeigt nach Auffassung der Autoren zudem einen Zusammenhang zwischen dem Ausmaß der Buchungsverluste und der Nutzung von Optionen. Bei besonders stark betroffenen Reisebüros steige der Anteil derjenigen, die nach jeder Beratung reservierten, auf bis zu 46,9 Prozent.

Hübner sieht darin ein Problem für das Ertragsmanagement der Veranstalter. Er warnt vor sinkenden Buchungsquoten und fordert Veranstalter und Kooperationen auf, die Beratungsleistung der Reisebüros gemeinsam stärker sichtbar zu machen.

Die Untersuchung beruht auf Angaben der teilnehmenden Reisebüros. Tatsächliche Optionsverfallquoten oder wirtschaftliche Verluste der Veranstalter wurden nicht erhoben.

Christian Schmicke