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21. März 2022 | 07:00 Uhr Anzeige
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Wo Ungarns Geschichte wieder lebendig wird

Ungarn ist reich an alten Schlössern, Burgen und Klöstern. Viele der architektonischen Schätze werden mit großem Aufwand renoviert und für Besucher zugänglich gemacht. So hat am Wochenende das Schloss Wenckheim in Szabadkígyós seine Türen geöffnet, und im früheren Kloster Einsiedelei Majk kann man sogar bald übernachten.

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Die Mönche der Einsiedelei in Majk hatten sich der Stille verschrieben und waren verstummt. Heute erwacht in dem früheren Kloster das Leben, denn nach rund zehn Jahren Renovierung soll der Gebäudekomplex rund 30 Kilometer östlich von Budapest nun Besucher anlocken. Sie können eine Führung durch das Foresteria-Gebäude und die Ausstellung "Die Macht der Stille" unternehmen und den Klostergarten besuchen.

In zwei Zellen lässt sich das frühere Leben der Mönche nachempfinden, zehn weitere sollen in naher Zukunft als Unterkünfte für Besucher genutzt werden. Wer will, darf auch selbst mal in eine Mönchskutte schlüpfen. Sehenswert in der Einsiedelei sind auch die rekonstruierte Kapelle, der Aufenthaltsraum, die Werkstatt, die Holzkammer und der restaurierte Kirchturm, der als Ausstellungsraum dient.

Ein zentrales Element der Einsiedlei ist der geometrische Garten, in dem die landwirtschaftlichen Aktivitäten der Mönche auf einem Naturlehrpfad vorgestellt werden. Informationstafeln und interaktive Instrumente werden ab Frühjahr durch Aktivitäten und Gartenführungen ergänzt. Die Grottenkapelle ist reich mit Wandmalereien und Stuck verziert. Der Gebäudekomplex ist von großem Wert in Europa: Weltweit gibt es nur noch fünf ähnliche Stätten des für sein Schweigegelübde bekannten Mönchsordens.

Schloss Szabadkígyós erstrahlt in alter Schönheit

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Das Schloss Wenckheim in Szabadkígyós im Südosten Ungarns (oben) ist ein weiteres Beispiel für das Nationale Schloss- und Burgenprogramm. Vier Jahre Arbeit stecken in der Renovierung, am Wochenende hat es seine Pforten für die Öffentlichkeit geöffnet. Das Schloss wurde zwischen 1875 und 1879 erbaut und hatte nach den Wünschen von Krisztina Wenckheim so viele Fenster, wie es Tage im Jahr gibt, so viele Zimmer, wie es Wochen gibt und so viele Eingänge, wie es Jahreszeiten gibt.

Das Schloss war eines der modernsten Gebäude seiner Zeit. In den 1820er Jahren wurde mit dem Bau der Wasserleitung im Inneren des Hauses begonnen. Eine Dampfmaschine im Keller pumpte das Wasser in den Turm, von wo aus es in die Eisenleitung geleitet wurde, die die Räume des Schlosses sowie den Park und die Stallungen mit Wasser versorgte. Geheizt wurde mit Eisenöfen und Luftheizung. Der Speisesaal wurde nach einem Foto aus dem Jahr 1895 restauriert und zeigt die Essgewohnheiten der damaligen Zeit.

Die Ausstellung "In Gastfreundschaft bei den Wenckheims" verdeutlicht auch das Leben und die Arbeit des Personals. Etwa, wie sie Gewürze für die Bälle beschafft haben. Die Ausstellung erzählt zudem, wie die Kinder der Grafen lebten und von englischen Mädchen unterrichtet wurden. Darüber hinaus gibt es Erlebniselemente: Im sogenannten "Sonnenlichtstudio" können Besucher in Kostüme schlüpfen und Fotos vor historischen Hintergründen machen oder mit Hilfe einer VR-Brille das Schloss von oben erleben. 

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