16. Oktober 2018 – 19:54

Nach dem Suchen folgt das Buchen: Hat ein Expedient die passende Reise für seinen Kunden in Traveltainment Bistro Portal gefunden, möchte er im nächsten Schritt das Angebot in ein GDS übertragen, im nachfolgend beschriebenen Fall die Amadeus Selling Platform Connect. Im Regelfall öffnet sich beim Übertrag direkt die Selling Platform.

Wenn jedoch in einem Büro jeder Expedient über einen eigenen Benutzer verfügt, aber alle Reisebüromitarbeiter denselben Bistro-Portal-Benutzer verwenden, öffnet sich beim Übertrag zunächst ein weiteres Fenster. In diesem muss der Expedient sicherstellen, dass sein Benutzer ausgewählt ist. Anderenfalls erfolgt die Buchung im Namen eines Kollegen, denn das Angebot wird immer in die Selling Platform des gerade aktiven Benutzers übertragen.

Amadeus Übertragung Selling Platform 1

Auf diesen Zwischenschritt kann verzichtet werden – durch das Anlegen eines eigenen Bistro-Portal-Benutzers für jeden Reisebüromitarbeiter.

Amadeus Übertragung Selling Platform 2

Expedienten mit Zugriff auf die Agenturverwaltung (AGV) können einen eigenen Bistro-Portal-Benutzer anlegen, indem sie im Menü Extras die Option Agenturverwaltung… auswählen. In der AGV im Register Benutzer öffnet ein Klick auf Neuer Benutzer ein Formular, in das der Expedient alle Daten für den neuen Benutzer einträgt. Ein Klick auf Hinzufügen ordnet den neuen Benutzer dem eigenen Büro zu.

Nun muss der neue Benutzer noch mit der Amadeus Selling Platform Connect gekoppelt werden. Diesen Vorgang veranschaulicht unser Video, eine schriftliche Anleitung zur Kopplung von Traveltainment Bistro Portal mit der Amadeus Selling Platform Connect finden sie hier.

Amadeus Übertragung Selling Platform 3

Anschließend wählt der neue Benutzer in Bistro-Portal über das Menü Extras die Option Verbindung mit Amadeus Selling Platform Connect verwalten aus und bestätigt einmalig, dass die Benutzerauswahl bei allen zukünftigen Angebots-Übertragungen übersprungen werden soll.

Diesen Praxistipp hat Traveltainment für die Leser von Reisevor9.de bereitgestellt.

16. Oktober 2018 – 17:57
ice-deutsche-bahn

 

Websites wie zug-erstattung.de und bahn-buddy.de nehmen Kunden mit Entschädigungsansprüchen bei Zugverspätungen lästiges Warten im DB-Reisezentum oder die Einreichung manuell erstellter Anträge auf dem Postweg ab. Die Stiftung Warentest hat beide unter die Lupe genommen und empfiehlt Kunden, die kostengünstig Unterstützung suchen und mit der Erstattung warten können, zug-erstattung.de. Schneller geht es bei bahn-buddy.de, allerdings kassiert das Portal bis  zu 20 Prozent Provision.

Buchen ist bei der Deutschen Bahn  mittlerweile auf allen möglichen Wegen möglich – im Reisebüro, am Automaten, vom PC oder vom Smartphone. Da gibt sich der Verkehrsträger alle Mühe, seinen Kunden nicht zu viel mühe zu bereiten. Anders ist das beim Thema Erstattungen. Denn für die entsprechenden Anträge fehlen digitale Kanäle.

Dabei können Bahnkunden bei signifikanten Verspätungen durchaus Geld sparen. Bei einer Verspätung von 60 Minuten am Reiseziel stehen ihnen 25 Prozent des Fahr­preises für die einfache Fahrt als Entschädigung zu, ab zwei Stunden Verspätung sogar 50 Prozent. Die Bahn kann sich dabei auch bei Verspätungen, die etwa durch einen Winter­einbruch oder sons­tigen Unwetter entstehen nicht mit dem Argument höherer Gewalt herausreden.

Doch so mancher Bahn­kunde dürfte nach dem Frust über die Verspätung sich nicht auch noch Lust haben, sich im Reisezentrum anzustellen oder zuhause das Entschädigungs­formular herunter­zuladen, auszudrucken, auszufüllen und per Post abzu­schi­cken. In diesen Fällen sind Dienste wie zug-erstattung.de oder bahn-buddy.de interessant. Beide Portale richten sich ausschließ­lich an Kunden der Bahn und versprechen Unterstützung bei den Formalitäten. Die Stiftung Warentest hat sie unter die Lupe genommen.

Elektronischer Postbote

Der Dienst­leister zug-erstattung.de ermöglicht Anträge auf Entschädigung von unterwegs via Smartphone, Tablet oder Laptop. Kunden geben ihre Daten auf der Website ein, fotografieren ihr Ticket und laden es auf der Internetseite des Dienstes hoch. Wer ein elektronisches Handy-Ticket gekauft hat, kann die per E-Mail von der Bahn erhaltene Buchungs­bestätigung hochladen. Auch die Erstattung von Taxi- und Hotel­kosten können Bahn­kunden über zug-erstattung.de einfordern. Zwar verlangt die Bahn dafür eigentlich die Einsendung von Originalbelegen. Der Programmierer Michael Schmitz, der das Portal aufgebaut hat, erklärt aber, dass die Bahn oft doch Kopien akzeptiere.

Hat der Bahn­kunde das Ticket auf zug-erstattung.de hoch­geladen, schickt der Dienst den Entschädigungs­antrag des Kunden per Post an das zuständige Service­center Fahr­gast­rechte in Frank­furt am Main. Die Website fungiert dabei als eine Art Post­bote. Der Nachteil: Die Bahn selbst brauche nach Eingang des Antrags noch bis zu einem Monat für die Bearbeitung, so die Warentester. Erst dann wird die Entschädigung von ihr direkt an den Kunden über­wiesen. Der erste über zug-erstattung.de einge­reichte Antrag ist für Bahn­kunden frei. Ab dem zweiten kostet die Hilfe des Portals 99 Cent pro Antrag. Die Kosten stellt der Portal­betreiber einmal am Ende des Jahres per E-Mail in Rechnung.

Sofort-Erstattung gegen Beteiligung

Das Geschäfts­modell von bahn-buddy.de sah bisher so aus wie das von zug-erstattung.de. Inzwischen geht bahn-buddy.de aber neue Wege. Das Portal leitet die elektronisch einge­reichten Entschädigungs­anträge nicht mehr einfach nur für den Kunden weiter. Es kauft die Erstattungs­ansprüche der Kunden auf und verspricht eine schnelle Auszahlung des Kauf­preises. So lädt der Kunde bei bahn-buddy.de zum Beispiel ein Foto vom Papierti­cket oder das Online-Ti­cket hoch. Das Portal prüft, ob es den Anspruch des Kunden auf Erstattung kaufen will. Will es das, macht bahn-buddy.de dem Kunden ein Kauf­an­gebot. Schlägt der Kunde ein, erhält er sein Geld inner­halb von 24 Stunden ausgezahlt, zum Beispiel per Paypal.

Der Vorteil: Der Bahnfahrer muss nicht einen Monat warten, bis die Bahn das Geld über­weist. Er bekommt sofort Geld und kann die Sache abhaken. Der Nachteil: Bahn-Buddy kauft den Erstattungs­anspruch des Kunden mit einem Abschlag von zehn bis 20 Prozent. Wem eine Entschädigung in Höhe von 50 Euro zusteht, der erhält also 40 bis 45 Euro. Wenn Bahnfahrer wegen einer Verspätung Taxi- oder Hotel­kosten hatten, kauft bahn-buddy.de auch diese nach einer Prüfung möglicher­weise auf. In diesem Fall muss der Kunde allerdings die Originalbelege der Kosten per Post schi­cken. Das Portal schickt dem Kunden dafür einen vorfrankierten Brief­umschlag zu. Freilich gilt auch beim Aufkaufen dieser Erstattungs­ansprüche: bahn-buddy.de bietet als Kauf­preis weniger als die Summe der Taxi- und Hotel­kosten. Wer also 150 Euro für Taxi und Hotel­über­nachtung hingeblättert hat, erhält von dem Portal also rund 120 Euro als Kauf­preis.

Wem es vor allem darum gehe, schnell an den Erstattungs­betrag heran­zukommen, für den eigne sich am ehesten bahn-buddy.de resümieren die Tester. Wer seinen Antrag leddiglich möglichst bequem auf elektronischem Weg einreichen wolle und kein Problem habe, einen Monat auf die Auszahlung von der Bahn zu warten, könne den Dienst von zug-erstattung.de nutzen. Er erhält sein Geld dann laut Stiftung Warentest in etwa so schnell wie über das Service­center Fahr­gast­rechte.

 

16. Oktober 2018 – 16:50

Während sich die Insel auf den für Mittwochabend geplanten Trauergottesdienst für die Opfer der Flutkatastrophe vorbereitet, hat der spanische Wetterdienst Aemet schon die nächste Unwetterwarnung herausgegeben. Warnstufe Gelb bedeutet: Auf der ganzen Insel kann es zu starken Regenfällen kommen. Das berichtet die "Mallorca Zeitung".

Erste leichtere Regenfälle und Gewitter sind bereits für Dienstagabend und Mittwoch vorhergesagt, bevor am Tag darauf Dauerregen einsetzen soll. Die Schauer können lokal stark ausfallen und zum Teil von kräftigen Windböen begleitet werden, so der Wetterdienst. Die Niederschlagsmenge soll aber mit 60 Millimetern innerhalb von zwölf Stunden niedriger ausfallen bei den verheerenden Überschwemmungen vor einer Woche.

Die Überflutungen forderten mindestens zwölf Todesopfer, darunter drei Deutsche. Ein sechsjähriger Junge wird immer noch vermisst. Die Suche nach ihm geht weiter. Seine Mutter war in den Fluten ertrunken, die ältere Schwester konnte gerettet werden.

Unterdessen hat die Chef-Meteorologin von Aemet, Marie José Guerrero, die "späte Wetterwarnung" bedauert. Die Warnstufe rot sei am vorvergangenen Dienstag zu spät aktiviert worden. Entschuldigen wollte sie sich aber nicht. Aemet arbeite bei der Vorhersage mit der modernsten Technologie. Dennoch sei es unmöglich, ein Wetterphänomen wie das von Sant Llorenc präzise vorherzusagen.

Andreas Förster

 

16. Oktober 2018 – 16:18
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20 Jahre nach dem letzten Flug einer Concorde soll der neue Überschallflieger AS2 abheben und über den Atlantik fliegen. Der Businessjet mit bis zu zwölf Plätzen soll eine Geschwindigkeit von Mach 1,4 erreichen, also mit 1,4-facher Schallgeschwindigkeit oder gut 1.700 Stundenkilometern unterwegs sein. Die Zertifizierung ist für 2025 geplant.

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Foto: Aerion

Am Montag stellten das Überschalljet-Start-up Aerion und der Motorenbauer GE Aviation das Treibwerk vor, das den Flieger antreiben soll. Dieses sei angelehnt an Triebwerke aus der zivilen Sparte, so der Hersteller, aber es sei auch „bewährte militärische Überschall-Erfahrung“ in die Entwicklung eingeflossen. Die Triebwerke sind auf eine Reiseflughöhe von 18 Kilometern ausgelegt.

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Foto: Aerion

Aerion sieht in der Klasse der AS2 in den nächsten 20 Jahren einen Bedarf von rund 500 Flugzeugen. Doch der Flugzeugbauer will mehr. „Der AS2 wird unser Sprungbrett sein zu größeren und schnelleren Entwürfen, sowohl für die Geschäftsluftfahrt als auch für Verkehrsflugzeuge“, sagt Firmenchef Tom Vice.

 

16. Oktober 2018 – 14:41
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Schnellere Sicherheits- und Einreisekontrollen sowie kürzere Wartezeiten und bessere Informationen beim Gepäck stehen oben auf der Wunschliste der Passagiere, hat die IATA ermittelt. Viele sind zudem um Datensicherheit besorgt.

Die Entwicklung der Kundenbedürfnisse versucht die International Air Transport Association (IATA), der Dachverband der Fluggesellschaften, jährlich im Zuge einer groß angelegten Befragung herauszufinden. Dabei befragt sie Flugpassagiere weltweit und veröffentlicht die Ergebnisse im "Annual Global Passenger Survey“ (GPS).

Den aktuellen Ergebnissen der weltweit unter 10.408 Passagieren durchgeführten Umfrage zufolge wollen Reisende vor allem schneller aus- und einchecken. Und sie sind um den Verbleib ihrer persönlichen Daten besorgt. Insgesamt wurden vier Themenfelder abgefragt: Interaktive Daten, Transformation der Flughäfen, Nahtloses Reisen und die Erfahrungen während des Fluges.

Sicherheitskontrollen dazern zu lange

Mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) wünschen sich eine Alternative zum bisher sehr zeitaufwändigen Security Screening, während 53 Prozent die langen Schlangen bei der Einreise auf die Nerven gehen. Fast die Hälfte würde einen digitalen Reisepass bevorzugen; 45 Prozent gaben an, dass sie ihren Reisepass abgeben würden, wenn sie künftig mit einem Selfie einchecken dürften.

Fluggesellschaften testen bereits biometrische Scanner und Gesichtserkennungs-Software, um den Check-in-Prozess zu vereinfachen. Und die IATA selbst arbeite an "einheitlichen Rahmenbedingungen zum sicheren Datenaustausch, zur Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und zum Datenschutz", sagt, Senior Vice President Nick Careen.

Vertrauen in den Datenschutz sinkt

Im Vorjahr waren noch 70 Prozent der Befragten einverstanden, ihre persönlichen Daten an eine Fluggesellschaft weiterzugeben, wenn es dabei um die Verbesserung von individuellen Dienstleistungen geht. In diesem Jahr sind es nur noch 65 Prozent. Bei der IATA vermutet man, dass dieser Rückgang mit dem in den letzten Monaten bekannt gewordenen Fällen von Datenmissbrauch unter anderem bei Facebook und British Airways zusammenhängt.

Auch der Umgang mit dem Gepäck sorgt bei vielen Passagieren für Frust, zeigt der Report. 42 Prozent der Reisenden wollen mehr Platz für ihr Gepäck im Flugzeug selbst, so dass sie gar nicht erst durch die Gepäckaufgabe müssen. 49 Prozent wünschen sich ein Update aufs Handy über den Verbleib ihrer Koffer und wann es voraussichtlich am Gepäckband eintrifft.

Frauen möchten nicht mehr als zehn Minuten auf ihre Taschen warten. Die Millennials sind sogar noch ungeduldiger: Frauen wie Männer wollen ihr Gepäck in weniger als 30 Sekunden abgeben und es in maximal fünf Minuten zurückerhalten.

Mehr Service bei Verzögerungen

46 Prozent der Befragten gaben an, sie erwarteten von einer Fluggesellschaft, im Falle von Verspätungen automatisch auf einen neuen Anschlussflug umgebucht zu werden, inklusive der automatischen Ausstellung neuer Bordkarten – digital.

Nur die Baby Boomer präferieren den persönlichen Kontakt mit einem Kundenservice-Mitarbeiter, wenn Verzögerungen im Reiseverlauf absehbar sind. Sie ziehen die gedruckte der digitalen Bordkarte vor. Mehr als ein Drittel der Flugpassagiere würde gerne Informationen zum Reiseverlauf während des Flugs per Wifi abrufen sowie den weiteren Transport oder Hotelaufenthalt am Zielort buchen.

Andreas Förster

15. Oktober 2018 – 15:57
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Der Regierungsrat der ecuadorianischen Provinz Galapagos verschärft zum 1. November die Einreisevorschriften für Besucher des Naturparadieses im Pazifik. Darauf weist der Veranstalter Galapagos pro hin. Besucher müssen dann bei der Ausreise nach Galapagos an den Flughäfen der Hauptstadt Quito oder der großen Hafenstadt Guayaquil einen Reiseplan vorweisen, der sowohl den Hin- und Rückflug als auch die Hotelunterkünfte in vom Nationalpark zertifizierten Hotels belegt. Besucher, die eine private Unterkunft gebucht haben, müssen ein Einladungsschreiben der Gastgeber vorweisen.

Entgegen vorheriger Ankündigungen müssen Reisende bis auf weiteres keine private Krankenversicherung haben. Diese Vorschrift ist jedoch nur kurzfristig aufgeschoben, bis in Ecuador eine Versicherung benannt wird, die vor Ort gegebenenfalls Versicherungspolicen an Besucher verkauft. Die neuen Reisebestimmungen sind Teil der Umsetzung einer Gesetzgebung aus dem Jahr 2016. Sie sieht vor, dass Besucher einen kompletten Reiseplan vorbuchen müssen, der ihr gesamtes Programm enthält – Hotels, Kreuzfahrten, Transfers und Ausflüge. Die finale Umsetzung des Gesetzes wird bis Mitte 2019 erwartet. Die Vorschrift soll der besseren Planung von Kapazitäten und Routen der lokalen Angebote dienen, die durch den Nationalpark überwacht werden. Die Maßnahmen sollen vor allem den Inselhopping-Tourismus und den nationalen Tourismus besser kontrollieren und organisieren.

 

15. Oktober 2018 – 15:01

Laut einer Studie von Acte Global und American Express Global Business Travel fürchten viele, durch die Umwandlung früherer Produktbestandteile in Zusatzleistungen könnte die Kosten steigen und die notwendige Transparenz verloren gehen. Außerdem sorgen sie sich, dass der Grad, in dem Reiserichtlinien befolgt werden abnimmt. Bei einem Großteil der Travel Manager herrscht zudem Unklarheit, worum es bei dem Programmierschnittstellen-Standard eigentlich geht.

Nicht nur in der Touristik sorgen Themen wie NDC (New Distribution Capability) oder der Trend zu GDS-Gebühren für Furore. Auch auf Geschäftsreisen wirkt sich die Strategie der Airlines, Produkte immer weiter aufzuschnüren und frühere Leistungsbestandteile als Zusatzleistungen zu verkaufen, aus. Das zeigt eine Studie des Geschäftsreiseverbandes Acte Global und des Dienstleisters American Express Global Business Travel.

Eine Kernerkenntnis der Studie, für die insgesamt 218 Travel Manager in Europa, Nahost, Amerika sowie aus dem asiatischen und pazifischen Raum befragt wurden, ist die, dass viele von ihnen nicht genau wissen, worum es geht. Obwohl NDC umfassend diskutiert worden sei, seit der Airlineverband Iata das Konzept vorgestellt hat, bleibe eine starke Ungewissheit darüber, was genau damit gemeint sei, heißt es in der Studie. Fast ein Viertel (23%) der Reisemanager gibt demnach an, sie seien "überhaupt nicht" davon überzeugt, dass sie NDC verstehen und was es für ihre Geschäftsreisen bedeute. Weitere 58 Prozent erklären, sie seien nur "einigermaßen" sicher, NDC zu verstehen. Daher verharrten die meisten in puncto Vertriebssysteme auf dem Status quo. Nur wenige Travel Manager planen demnach, NDC-fähige Tools in ihre Reiseprogramme zu integrieren. 63 Prozent erklären hingegen, sie hätten derzeit kein Interesse an neuen Plattformen jenseits ihrer bestehenden Online-Buchungstools.

Mehr Risiken als Chancen

Hinsichtlich der erwarteten Auswirkungen von NDC sind die Befürchtungen deutlich ausgeprägter als die Hoffnungen. Zwar glauben knapp zwei Drittel der Travel Manager (64%), der Standard könne die Buchungsprozesse verbessern, und 56 Prozent sind der Ansicht, er könne die Vertragsverhandlungen mit Fluggesellschaften unterstützen. Die Mehrheit der Travel Manager befürchtet aber vor allem, dass die durch NDC verursachte Fragmentierung der Produkte die Kostenkontrolle (89%), die Einhaltung der Reiserichtlinien (87%) und die Sorgfaltspflicht (77%) gefährden könnte.

Fast die Hälfte der Travel Manager (49%) gibt an, dass Reisende "gelegentlich" außerhalb der Richtlinien Zusatzleistungen auf Airline-Websites buchten. Viele Travel Manager erwarten, dass sich dieser Trend verstärkt, weil NDC die Einhaltung von Reiserichtlinien weiterhin negativ beeinflussen werde (87%). Die Abwanderung vom Online-Buchungstool auf Airline-Websites störe unter anderem die Buchungsprozesse der Reisenden und verhindere, dass Travel Manager volle Transparenz über die Flugausgaben erhielten, folgern die Autoren der Studie. Zu den wichtigsten Bedenken der Geschäftsreiseexperten in den Firmen gegen die Einbindung von NDC-Content in bestehende Reiseprogramme gehört außerdem die Befürchtung, dies könne die Funktionalität des vorhandenen Online-Buchungstools einschränken (90%). Zudem sehen sie die Gefahr, dass durch die Zusatzleistungen höhere Kosten entstehen (89%).

"NDC könnte den Reisenden durch Personalisierung nutzen", resümiert sagt Greeley Koch, Executive Director von Acte Global. Der Standard gehe allerdings zu Lasten der Travel Manager, die nun versuchen müssten, herauszufinden, wie sie die Kontrolle über ihre Geschäftsreisen behalten können, wenn NDC tatsächlich zum Standard werde.

 

15. Oktober 2018 – 12:53
hurtigruten

Die Reederei hat gegenüber ihren Vertriebspartnern angekündigt, die Unterlagen für alle Reisen mit Abreise vom 1. Dezember an ausschließlich per E-Mail zu versenden. Hurtigruten begründet den Schritt damit, dass auf diese Weise "die Nutzung von Kunststoff, der für die Mappen und Kofferanhänger benötigt wird, sowie von Papier deutlich reduziert werde. Man lege "großen Wert auf die Schonung der Umwelt und den sparsamen Umgang mit unseren Ressourcen", heißt es weiter.

Zugleich weist Hurtigruten allerdings darauf hin, dass die Kunden für einige Leistungen weiterhin Dokumente in gedruckter Form benötigten. Das gelte bei Norwegen-Reisen etwa für die Transfers in Bergen, Trondheim, Oslo, Tromsø und Kirkenes. Zudem seien für Ausflüge, die vor oder nach der Seereise stattfinden, ebenso Papierdokumente erforderlich wie für Bahnfahrkarten innerhalb Norwegens, den Reiseablaufplan bei Rail-&-Fly-Bahnfahrkarten sowie Flughafentransfers in Spitzbergen und auf Island. Für Antarktis-Reisen müsse ein medizinisches Formblatt ausgedruckt werden. Das bedeutet: Der Ausdruck der entsprechenden Dokumente bleibt entweder am Reisebüro hängen oder dieses muss seinen Kunden erklären, dass sie selber dafür Sorge zu tragen haben.

Wie nicht anders zu erwarten, stößt das neue Verfahren bei den Reisebüros auf wenig Gegenliebe. In Social-Media-Foren finden sich zahlreiche Kommentare, die die Einstellung des Versandes gedruckter Unterlagen als einen Schritt bezeichnen, der nur dazu diene, selbst Kosten einzusparen und diese sowie die damit zusammenhängende Arbeit auf die Vertriebspartner abzuwälzen. "Wir sollten wirklich endlich anfangen, Kosten für‘s Ausdrucken zu berechnen und Rechnungen an die Veranstalter schreiben“, empfiehlt eine Reisebüroinhaberin. Die Argumentation von Hurtigruten, man wolle mit dem Schritt Ressourcen schonen, bezeichnet sie als "Heuchelei“.

15. Oktober 2018 – 01:02
martinschulz

Auch in der Touristik hat sich die Europäische Union für manchen zum Synonym für ineffiziente Bürokratie entwickelt. Warum es sich dennoch lohnt, am Projekt eines vereinten Europas festzuhalten, verdeutlichte der frühere Präsident des EU-Parlaments Martin Schulz bei der DRV-Jahrestagung.

Bürokratie, Arbeitshindernis, Gängelung, unsinnige Vorgaben, Mittelverschwendung, Schildbürgerstreiche - viele Menschen verbinden genau das mit Europa. Auch in der Tourismusbranche wird die EU vor allem mit ungeliebten juristischen Vorgaben wie der Pauschalreiserichtlinie oder der geplanten Erleichterung von Sammelklagen assoziiert. Das größte politische Projekt der westlichen Hemisphäre in der Nachkriegszeit hat, so scheint es, bei vielen seinen Kredit verspielt. Nationalistische, auf Populismus basierende Politikentwürfe sind weltweit auf dem Vormarsch. Von Großbritannien über die Niederlande, Polen, Ungarn bis nach Österreich und Italien schwappt eine Welle der Abkehr vom europäischen Modell.

Touristik muss Europa unterstützen

Als Branche, für die Weltoffenheit und grenzüberschreitende Kooperation eine Grundlage bildet, kann der Touristik die staatenübergreifende Tendenz nationalistischen Mustern nicht gleichgültig sein. In diesem Sinne wollte auch der DRV bei seiner Jahrestagung im italienischen Reggio di Calabria ein Zeichen setzen. Neben Bundesentwicklungsminister Gerd Müller, der bei der Touristik engagiert für mehr Zusammenarbeit mit Afrika warb, zählte der Auftritt von Martin Schulz zu den thematischen Schwerpunkten der Tagung.

Der SPD-Politiker zeigte bei seinem von starkem Applaus begleiteten Auftritt das, was ihm im Zuge seiner Kanzlerkandidatur bisweilen verloren gegangen zu sein schien: Klarheit und Glaubwürdigkeit in einer Angelegenheit, die ihm erkennbar am Herzen liegt. Europa stehe für ein Modell, in dem Staaten und Völker sprachliche, kulturelle, ökonomische und geographische Grenzen überwinden; in dem sie ihre Wirtschaft und ihre Politik so vereinen, dass sie sich gegenseitig stärken und die Kraft, die sie dadurch erwerben, nutzen, um dem einzelnen Menschen seine unveräußerlichen Grundrechte zu garantieren, so Schulz. Dieses Modell verhindere seit Jahrzehnten erfolgreich, dass dieser Kontinent nochmals in den Abgrund gehe, in den er im 20. Jahrhundert zweimal stürzte. Auch damals sei propagiert worden: "Mein Land zuerst!"

Starker Verbesserungsbedarf

Dabei unterschlug der Parlamentarier Schwächen und Versagen der aktuellen EU-Politik nicht. Zu denen gehöre das Scheitern einer gemeinsamen Flüchtlingspolitik ebenso wie sinnlose Vorschriften – etwa das Verbot von Olivenölkännchen in Restaurants. Aber auch die Geschichte der Pauschalreiserichtlinie, einst angedacht, um den Online-Vertrieb in eine einheitliche Rechtsprechung einzubeziehen, sei eine des Scheiterns.

Gleichwohl, so der SPD-Politiker, müssten starke europäische Initiativen her, um soziale Schieflagen, verus Ungerechtigkeit bei der Besteuerung, wirtschaftliche Krisen und Massenarbeitslosigkeit, vor allem unter jungen Menschen im Süden Europas, zu beseitigen. Diese Probleme seien der Nährboden für die Erstarkung der Populisten. Nur entschlossen und geschlossen könne Europa sein Gesellschaftsmodell gegen Angriffe verteidigen.

Der Sichtweise, die Schulz propagierte, schloss sich DRV-Präsident Norbert Fiebig in seiner Grundsatzrede an. Fiebig erklärte, es sei im eigenen Interesse der Branche notwendig, sich gegen populistisch-nationalistische Tendenzen zur Wehr zu setzen. In diesem Punkt könnte eine klare Strategie der Touristik, sich trotz aller Ärgernisse vehement für den Zusammenhalt innerhalb der EU und engere Bindungen an Staaten, die demokratische Entwicklungen vorantrieben, einzusetzen, ein wichtiger Impuls sein.–

Christian Schmicke

 

13. Oktober 2018 – 10:26
fiebignorbert

"Die Preisteile werden durch die Gegend gefahren, um sie dann über den Umweg via Reisebüro und Couchtisch des Kunden ungenutzt in den Altpapier-Containern zu entsorgen", fasst Norbert Fiebig seine Sicht der Dinge zusammen. Deshalb sei es höchste Zeit, die Verpflichtung zum Druck komplexer Preisangaben abzuschaffen. Das sei auch aus ökologischen Gründen sinnvoll, denn jährlich könnte die Branche so 3.000 Tonnen Papier einsparen.

Grundsätzlich sind diese Bestrebungen alles andere als neu. Doch Veranstalter wie Tui, die in der Vergangenheit den Versuch machten, in ihren Katalogen nur noch Eck- oder Beispielpreise anzugeben, scheiterten dabei regelmäßig an rechtlichen Hürden und wurden zurückgepfiffen. Denn gleich drei deutsche respektive europäische Gesetze schreiben die Verpflichtung derzeit noch fest und Verbraucherschützer halten diese im Sinne der Kunden immer noch für notwendig.

"In Zeiten der Digitalisierung verändert sich alles – die Prozesse, die Geschäftsmodelle, die Kommunikation – aber der gedruckte Preisteil soll bleiben?" hält Fiebig dem entgegen und führt anstelle der sonst üblichen Kostenargumente ökologische Aspekte für die Abschaffung der Preisteile in den Katalogen auf. Rund 3.000 Tonnen Papier müssten dafür jedes Jahr bedruckt werden, argumentiert er. Würde man die Blätter der Preisteile nebeneinanderlegen, ergäbe dies eine Fläche von 3.500 Fußballfeldern.

In der Tat ist der Grad, in dem die Preisteile zumindest bei klassischen Bade-Pauschalreisen tatsächlich genutzt werden, seit langem verschwindend gering. Das liegt zum einen an der Komplexität und Unübersichtlichkeit der Druckwerke mit ihren Saisonzeiten, Flughafenzuschlägen, Frübuchertarifen, Kinderpreisen und zahlreichen weiteren Elementen. Zu anderen führt die dynamische Produktion während der Saison ohnehin zu sich ständig verändernden Preisbildern, so dass die gedruckten Katalogpreise zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung oft schon Makulatur sind.

Ihm sei bewusst, dass für einen Wegfall der Vorschrift Gesetzesänderungen erforderlich seien, sagt Fiebig, aber: "Dann muss es eben passieren."

 

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