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5. Oktober 2020 | 13:30 Uhr
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Quarantäne im Goldenen Käfig auf Phuket

Das Senses Resort ist eine von neun Anlagen auf der thailändischen Insel, die von der Regierung als Quarantäneunterkünfte für Langzeiturlauber zugelassen sind. An Komfort fehlt es den Gästen nicht. An Überwachung auch nicht: Beim Versuch, das Quartier zu verlassen, kommt binnen 15 Minuten die Polizei.

The Senses Resort Phuket

Im The Senses Resort können Langzeiturlauber ihre Quarantänezeit verbringen

Seit dem 1. Oktober dürfen Langzeiturlauber nach Phuket reisen, die mindestens drei Monate auf der Ferieninsel bleiben wollen und bereit sind, sich einer 14-tägigen Quarantäne zu unterziehen. Im The Senses Resort warten 16 Villen mit bis zu 220 Quadratmetern und privatem Infinity Pool auf Ankömmlinge, berichtet die "Bangkok Post“. Sie sollen dort ihre Quarantänezeit so angenehm wie möglich verbringen; inklusive Gourmet-Abendessen und zwei Fiebermessungen am Tag.

Die Hotelmitarbeiter mussten zuvor ein spezielles Training absolvieren müssen, um sich etwa beim Servieren der Speisen zu schützen und mögliche Infektionen eines Gastes zu erkennen. An den Eingängen der Villen seien zudem Überwachungskameras angebracht worden, berichtet die thailändische Zeitung. Sollte ein Gast während der Isolation seine Unterkunft verlassen, stehe innerhalb von 15 Minuten die Polizei vor der Tür.

Gesalzene Preise

Ganz billig ist das gut überwachte „Vergnügen“ nicht. Laut "Bangkok Post“ liegen die Preise für den Quarantäneaufenthalt im Senses Resort umgerechnet zwischen 4.600 und 16.000 Euro. Als erste Besucher sollen rund 300 Touristen aus China und Skandinavien einreisen. Sie erhalten ein Langzeit-Visum für 90 Tage, das sie zwei Mal verlängern können. Im Anschluss an die Quarantäne dürfen sie frei herumreisen.

Für die Insel Phuket, die normalerweise 93 Prozent ihrer Einkünfte aus dem Tourismus erwirtschaftet, sind die zugelassenen Langzeiturlauber nur ein winziger Hoffnungsschimmer. Fast alle Hotels sind geschlossen und mehr als 70 Prozent der Geschäftstätigkeit liegen dort momentan brach.

Christian Schmicke

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