Trump erklärt sich zum allergrößten US-Tourismus-Förderer
Donald Trump sieht sich als größten Förderer des US-Tourismus aller Zeiten. Das Weiße Haus erklärt, kein anderer habe mehr für Reisen in die USA getan. Die Zahlen erzählen eine etwas weniger festliche Geschichte: 2025 sanken die internationalen Besucherzahlen um 5,5 Prozent, die Ausgaben ausländischer Reisender gingen um 4,6 Prozent auf 176 Milliarden Dollar zurück.
Weißes Haus
Donald Trump sieht sich als große Stütze für den US-Tourismus
Wenn es nach dem Weißen Haus geht, erlebt der US-Tourismus unter Donald Trump eine Art goldene Ära. Eine Presssprecherin des Weißen Hauses erklärte nach Angaben des britischen Independent, der Präsident habe "mehr für den amerikanischen Tourismus getan als jeder andere". Das ist eine bemerkenswert selbstbewusste Lesart einer Entwicklung, in der die Zahl internationaler Besucher zuletzt um 5,5 Prozent sank.
Nach Angaben des World Travel & Tourism Council (WTTC) kamen 2025 mehrere Millionen Auslandsreisende weniger in die USA als im Vorjahr. Während der weltweite Reiseverkehr um 80 Millionen internationale Reisende zulegte, gingen die Besucherausgaben in den USA um 4,6 Prozent auf 176 Milliarden Dollar zurück. Aus manchen Märkten kamen zwar zusätzliche Besucher, gleichzeitig fielen die Ankünfte aus anderen Ländern. Unter dem Strich stand so ein Minus von rund vier Millionen Reisen.
Weißes Haus sieht trotzdem Grund zur Freude
Für die US-Regierung ist das offenkundig kein Widerspruch. Kelly führt an, Trump habe amerikanische Städte wieder sicher und schön gemacht und Großereignisse wie die Olympischen Spiele in Los Angeles sowie die Fußball-WM ins Land geholt. Seine America-First-Agenda habe die USA erneut zum Anführer der freien Welt gemacht und damit zum besten Ort zum Leben oder Besuchen.
Das World Travel & Tourism Council sieht die USA indes laut Independent an einem Scheideweg und spricht von einem angekratzten Image als Reiseziel. Das Land drohe seine Position als größter Reise- und Tourismusmarkt der Welt an China zu verlieren.
China zieht vorbei, Kanada bleibt fern
Ein Blick auf die Zahlen macht klar, warum die Sorge wächst. China kam 2025 auf rund 150 Millionen Einreisende, die USA auf 68 Millionen. Zwar trug der Reise- und Tourismussektor in den Vereinigten Staaten 2025 rund 1,75 Billionen Dollar zum Bruttoinlandsprodukt bei, ein Plus von 9,9 Prozent zum Vorjahr. Bei den internationalen Besuchern läuft es aber weniger rund.
Besonders stark schlug laut WTTC der Rückgang aus Kanada zu Buche. 4,2 Millionen weniger Kanadier reisten für Urlaubszwecke in die USA. Deutschland war der zweitgrößte Rückgangstreiber mit 225.000 weniger Besuchen. Auch aus Indien kamen 130.000 Reisende weniger, aus Frankreich 116.000.
Branche fordert mehr Charme
WTTC-Chefin Gloria Guevara empfiehlt den USA deshalb ein vergleichsweise schlichtes Rezept: Das Land müsse wieder als einladendes Reiseziel wahrgenommen werden. Die Fußball-WM, zu der 1,24 Millionen internationale Besucher erwartet werden, solle genutzt werden, um genau dieses Bild zu stärken.
Nötig seien Investitionen in die touristische Attraktivität auf internationalen Märkten, eine freundlichere Wahrnehmung und mehr Anreize für zusätzliche Stopover und neue Reiseerlebnisse. Das klingt weniger nach Triumphmeldung als nach Arbeitsauftrag.
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