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19. April 2021 | 16:52 Uhr
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Wie Dominica Urlaubern Quarantäne schmackhaft macht

Laut Auswärtigem Amt müssen Besucher des Inselstaates aus Deutschland eine in der Regel sieben Tage dauernde Quarantäne absolvieren. Das Fremdenverkehrsamt spricht dagegen von einem "gut organisierten und abwechslungsreichen Aufenthalt" im Rahmen einer "verwalteten Erfahrung" innerhalb einer „sogenannten Tourismusblase".

Dominica

Dominica macht aus Quarantäne eine "verwaltete Erfahrung"

„Die Einreise ist auch aus Hochrisikostaaten, darunter auch Deutschland, grundsätzlich möglich“, schreibt das Auswärtige Amt. Reisende müssten mindestens 24 Stunden vor Einreise ein Online-Formular ausfüllen, und einen negativen PCR-Test vorweisen, der bei Einreise nicht älter als 72 Stunden sein dürfe. Am fünften Tag nach Einreise müsse vor Ort ein weiterer PCR-Test durchgeführt werden. Bis zum Vorliegen dieses Ergebnisses sei Quarantäne einzuhalten, in der Regel somit insgesamt sieben Tage. Ein positives Testergebnis führe zu einer amtlich angeordneten und vom Reisenden selbst zu zahlenden Quarantäne und zu einem Wiederholungstest.

So weit die banalen Fakten. In einer Pressemitteilung des Fremdenverkehrsbüros von Dominica, vertreten durch die Agentur Tropical Consult, liest sich das alles ein wenig anders. „Mit einer vorbildlichen strategischen Planung bietet Dominica Besuchern die Möglichkeit, die Insel im Rahmen ihres hervorragenden Programms „Safe in Nature“ zu besuchen“, heißt es dort. Dieses garantiere, „dass Besucher von Hochrisikodestinationen in den ersten fünf bis sieben Tagen nach ihrer Ankunft in Dominica einen gut organisierten und abwechslungsreichen Aufenthalt verbringen können“.

Ein eigens aufgelegtes Programm umfasse „Ausflüge, einschließlich Land- und Wassertouren, und beinhaltet die einzigartigen Wellnessattribute von Dominica“. Es biete eine "verwaltete Erfahrung" innerhalb einer sogenannten "Tourismusblase", die Unterkünfte, Transportmittel, Attraktionen, Spas, Restaurants und Aktivitäten zu Land und zu Wasser umfasse. Diese seien "alle zertifiziert worden, um sicherzustellen, dass sich die Besucher immer sicher und willkommen fühlen und gleichzeitig Hygiene und Sicherheit gewährleistet wird". Besucher von Hochrisikodestinationen würden am fünften Tag nochmals getestet, so die Tourismuswerber. Das Wort Quarantäne kommt im gesamten Text nicht vor.

Full-Service mit Concierge

Das Programm umfasse einen Concierge-Service, der "von allen zertifizierten Safe In Nature-Hotels angeboten wird und die Gäste durch den gesamten Prozess führt, einschließlich der Planung eines Termins und der Koordinierung der Zahlung (40 USD) für den Test", so das Fremdenverkehrsbüro weiter. Wenn der Test nicht direkt im Hotel stattfinden könne, werde ein Transfer zur Teststation organisiert. Die Testergebnisse seien "derzeit innerhalb von 24 bis 48 Stunden lieferbar, um den 72-Stunden-Richtlinien zu entsprechen".

Zur Ehrenrettung der Karibikinsel sei gesagt, dass sie derzeit allen Grund hat, bei Einreisen vorsichtig zu sein. Denn sie verzeichnet bislang gerade mal 165 Corona-Infektionen ohne jegliche Todesfälle. Rund ein Viertel der Bevölkerung ist bislang gegen Covid-19 geimpft. Gleichwohl muss die Frage erlaubt sein, ob sich die an Naturerlebnissen reiche Destination mit dem Angebot einer "verwalteten Erfahrung" nicht eher schadet als nutzt.

Christian Schmicke

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