Nach Auffassung von FEHT-Präsident José María Mañaricua, der den Unternehmerverband für Hotellerie und Tourismus in der Provinz Las Palmas vertritt, sei zu befürchten, dass Airlines die höheren Kosten über Ticketpreise und geringere Kapazitäten weitergeben könnten, berichtet das spanische Fachportal Preferente. Die längeren Flugstrecken im Vergleich zu Mittelmeerzielen könnten sich negativ auswirken.
Zusätzlichen Druck erzeuge das Auslaufen vieler Treibstoffabsicherungen. Airlines sicherten meist 50 bis 60 Prozent ihres Bedarfs ab, häufig für zwölf bis 14 Monate. Neue Verträge müssten nun zu deutlich höheren Preisen abgeschlossen werden.
Sorge vor weiteren Kapazitätskürzungen
Die Befürchtungen haben durch Aktivitäten von Ryanair zusätzlichen Auftrieb erhalten. Die Airline hat ihre geplante Kapazität für die kommenden Monate um zwei Millionen Passagiere reduziert. Die kanarischen Tourismusverbände fürchten, dass weitere Gesellschaften diesem Beispiel folgen könnten.
Der Airline-Verband ALA und Branchenverbände der Inseln fordern deshalb staatliche Hilfen, etwa über eine Entlastung bei der Besteuerung von Treibstoff sowie Maßnahmen auf europäischer Ebene. Eine Senkung der Aena-Gebühren war ebenfalls verlangt worden. Deren Anstieg wurde im neuen Regulierungsrahmen allerdings lediglich auf rund drei Cent je Passagier und Strecke begrenzt.
Deutlich besser sieht es für den Beginn der Wintersaison aus. Für Oktober, November und Dezember seien im Schnitt bereits 80 Prozent der Betten verkauft, schreibt Preferente. Damit könnte dieser Zeitraum ähnlich stark ausfallen wie 2025.
Christian Schmicke
