Antarktis-Boom alarmiert Umweltschützer
Der Antarktis-Tourismus wächst stark und ruft Wissenschaftler sowie Umweltschützer auf den Plan. 2024 betraten mehr als 80.000 Touristen den Kontinent, weitere 36.000 sahen ihn vom Schiff aus. Mit der Zahl der Besucher steigen Risiken durch Krankheiten, Verunreinigung und eingeschleppte Arten.
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Die Antarktis zieht immer mehr Besucher an
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Die Antarktis zieht immer mehr Besucher an. Ein Treiber sei die Sorge, dass sich die Eislandschaften durch den Klimawandel unwiderruflich verändern, schreibt die Nachrichtenagentur Associated Press. Viele Reisen führen von Argentinien Richtung Süden und anschließend nordwärts entlang der afrikanischen Küste.
Nach Angaben der International Association of Antarctica Tour Operators betraten 2024 mehr als 80.000 Touristen den Kontinent. Weitere 36.000 sahen die Antarktis vom Schiff aus. Die International Union of Concerned Scientists schätzt, dass der Tourismus dorthin in den vergangenen 30 Jahren um das Zehnfache gewachsen ist.
Der Anstieg könnte weitergehen. Forscher der University of Tasmania halten in den nächsten zehn Jahren mehr als 400.000 Besuche pro Jahr für möglich. Gründe sind sinkende Kosten, mehr eisgängige Schiffe und technische Fortschritte.
Krankheiten und fremde Arten
Mit dem Wachstum steigen die Risiken für ein empfindliches Ökosystem. Fachleute warnen vor Krankheiten, Verunreinigungen und eingeschleppten Arten. Eine Reihe von Erregern haben die Antarktis bereits erreicht. Zugvögel brachten in den vergangenen Jahren Vogelgrippe aus Südamerika dorthin. Die Branche verschärfte daraufhin Hygiene- und Verhaltensregeln für Besucher.
Wer an Land geht, muss Abstand zu Tieren halten und darf den Boden möglichst nur mit den Füßen berühren. Schuhe und Ausrüstung werden mit Staubsaugern, Desinfektionsmitteln und Bürsten gereinigt, damit keine Samen, Federn, Insekten oder mikrobenhaltiger Schmutz eingeschleppt werden.
Die Regeln folgen dem Antarktisvertrag. Er stellt den Kontinent seit 1959 unter besonderen Schutz und soll verhindern, dass Besuche Umwelt, Wissenschaft oder ästhetische Werte schädigen. Umweltschützer halten die Vorgaben angesichts des Booms für nicht mehr ausreichend. So könnte der Tourismus Prozesse beschleunigen, die gerade für seine Blüte in der Region sorgen.
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