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19. Mai 2020 | 01:05 Uhr
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Außenminister deutet Perspektiven für Mittelmeer-Reisen an

Heiko Maas (Foto) hofft nach einer Videokonferenz mit zehn Kollegen aus EU-Staaten, dass die Grenzen für Urlauber im Sommer schrittweise geöffnet werden können. Während die Reisebranche den Schritt begrüßt, ist der bayerische Ministerpräsident Markus Söder nicht begeistert.

Maas Heiko

Bundesaußenminister Heiko Maas glaubt an Sommerurlaub in der EU; mit Einschränkungen

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Bei einer Videokonferenz hat sich Außenminister Heiko Maas mit seinen Kollegen aus zehn der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen darauf verständigt, auf eine Öffnung der Grenzen für Touristen noch vor Sommerbeginn hinzuarbeiten. Deutschland wolle die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Reiseurlaub möglich sei – aber das nur unter verantwortbaren Umständen, sagte Maas bei einer Pressekonferenz am Montag. Das Ziel sei, die Reisewarnung ab dem 15. Juni in landesspezifische Reisehinweise umzustellen. Gleichwohl, so der Minister, müsse man noch einmal ganz klar sagen, dass man darauf eingestellt sein müsse, dass es bei einem möglichen Urlaub überall Restriktionen geben werde – an den Stränden, in den Restaurants, in den Innenstädten.

Maas hatte zuvor mit den europäischen Amtskollegen aus Bulgarien, Griechenland, Italien, Kroatien, Malta, Österreich, Portugal, Slowenien, Spanien und Zypern darüber gesprochen, wie eine schrittweise Rückkehr zur europäischen Freizügigkeit und zum Tourismus in diesem Sommer erfolgen könnte. Dabei müsse sich das Vorgehen, so Maas, nach dem Infektionsgeschehen richten und könne deshalb auch nicht in allen Ländern gleich aussehen – weder national noch regional.

Zudem müssten gesundheitliche Fragen anstelle geschäftlicher Interessen im Vordergrund stehen, erklärte der Außenminister. Er warnte zudem vor der Illusion, dass es nach den wochenlangen Grenzschließungen wegen des Coronavirus eine schnelle Rückkehr zum "Business as usual" geben könne. In allen europäischen Urlaubsländern werde es im Sommer Einschränkungen geben, auf die Reisende sich einstellen müssten – beispielsweise an Stränden, in Restaurants und Innenstädten. 

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder bringt sich indes mit einer Deutschlandurlaubs-Strategie in Position. "Ich glaube nicht wie Heiko Maas, dass es so leicht ist, dass wir heute schon Pläne vorgeben können, dass wir in einem Monat schon wieder in Italien oder in Spanien sind oder in Frankreich", sagte er laut "Tagesschau“. Man bewege sich nach wie vor auf "sehr dünnem Eis“.

Söder fordert stattdessen eine finanzielle Förderung von Urlaub in Deutschland. Denkbar seien entweder Urlaubsgutscheine oder die steuerliche Absetzbarkeit. Der Wettbewerb um die Urlauber, vor dem Maas mit den Worten "wir wollen kein europäisches Wettbieten um Touristen" warnte, hat offenbar schon begonnen.

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