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8. Januar 2020 | 07:00 Uhr
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Auswärtiges Amt rät von Iran-Reisen ab

Nicht unbedingt erforderliche Reisen sollten verschoben werden, erklärt die Behörde in ihrem aktualisierten Reisehinweis. Eine weitere Eskalation der Proteste im Iran, auch gegen ausländische Besucher, sei nicht auszuschließen.

Iran Isfahan Demonstration

Im Iran ist der Zorn auf die Vereinigten Staaten groß – das Foto zeigt eine Demonstration zum jährlichen Tag der Revolution in Esfahan

Nach dem Tod des iranischen Generals Qassem Suleimani durch einem US-Luftangriff in Bagdad am 3. Januar und den massiven Drohungen der iranischen Führung gegen die USA und Israel im Zuge der Trauerfeierlichkeiten im Iran sei die Sicherheitslage in der Region "volatiler" geworden und könne sich weiterhin sehr schnell verändern, informiert das Auswärtige Amt. In vielen Städten war es anlässlich einer dreitägigen Staatstrauer zu weitreichenden Demonstrationen und Kundgebungen gekommen. Mit weiteren, auch gegen Ausländer gerichteten und eskalierenden Protesten müsse gerechnet werden.

Vor diesem Hintergrund rät das Außenamt zum Verschieben von nicht unbedingt erforderlichen Reisen. In diese Kategorie fallen auch alle touristischen Reisen. Studienreiseanbieter Studiosus, der nach eigenem Bekunden derzeit keine Gäste im Iran hat, erklärt, das Unternehmen informiere sämtliche Kunden, die bis einschließlich März eine Iran-Reise gebucht hätten, per Rundschreiben über die aktuelle Lage. Ihnen werde zudem mitgeteilt, dass nach aktuellem Stand keine Reisen in das Land durchgeführt werden könnten.

Neben Iran hat das Auswärtige Amt angesichts der Spannungen mit den USA auch die Sicherheitshinweise für weitere Länder im Nahen Osten und auf der Arabischen Halbinsel aktualisiert, darunter Irak, Jordanien, Israel, die palästinensischen Autonomiegebiete, die Vereinigten Arabischen Emirate, Oman, Katar, Saudi-Arabien und Libanon.

Darin heißt es: "Die Sicherheitslage in der Region ist nach dem Tod des iranischen Generals Qassem Soleimani bei einem US-Luftangriff in Bagdad am 3. Januar 2020 volatiler geworden und kann sich weiterhin sehr schnell verändern. Seien Sie bei Reisen in die Region besonders aufmerksam. Halten Sie sich über die aktuellen Entwicklungen und diese Reise- und Sicherheitshinweise informiert." Studiosus erklärt dazu, man sehe „mit Ausnahme des Iran derzeit keine Veranlassung, von Reisen in die Region abzusehen“.

Christian Schmicke

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