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1. November 2019 | 07:00 Uhr
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Balearen streiten über Nutzung der Ecotasa

Investitionen in Umweltprojekte machen nur gut ein Fünftel der insgesamt 105 Millionen Euro aus, die die Balearenregierung aus den Einnahmen der Touristensteuer verteilt. In den sozialen Wohnungsbau fließen dagegen 27,5 Millionen.

mallorca palma hafen istock anita bonita

Rund 60 Prozent der Einnahmen aus der Ecotasa sollen direkt oder indirekt der Hauptstadt Palma zugute kommen

Nach Informationen der spanischen Zeitung "Diario de Mallorca" macht der Vorwurf die Runde, die Regierung versuche durch die Streuung der Mittel aus der Touristensteuer nur Haushaltslöcher gestopft würden. Umweltschützer laufen ebenso dagegen Sturm wie Unternehmerverbände. Auf harsche Kritik stößt zum Beispiel die Förderung des Weiterbaus der Metro von der Balearen-Universität bis zum Parc Bit mit zehn Millionen Euro. Auch die Förderung des Baus des neuen Sitzes des Sinfonieorchsters der Balearen, der mit sieben Millionen aus dem Ecotasa-Topf unterstützt wird, zählt zu den umstrittenen Projekten.

Völlig leer gingen laut "Diario de Mallorca" die Gemeinden aus. Unter den 68 Projekten, die Zuwendungen erhalten, ist kein einziges der 36, die aus ihrem Kreis vorgeschlagen worden waren. Dafür kämen satte 41 Projekte mit einem Investitionsvolumen von 60 Millionen Euro direkt oder indirekt der Balearen-Hauptstadt zugute, schreibt das Blatt.

Unter den geförderten Umweltaktivitäten sind etwa das Pilotprojekt für ein Pfandsystem für 500.000 Euro, die Restaurierung der Burgruine im Nationalpark Cabrera für knapp 860.000 Euro oder ein Projekt im Umfang von 1,5 Millionen Euro für eine nachhaltige Abfallwirtschaft im Tourismus.

Tourismusminister Iago Negueruela zeigte sich laut der spanischen Presse von der Kritik unbeeindruckt. Der Sozialist erklärte, sämtliche beschlossenen Projekte entsprächen den gesetzlich definierten Zielen und dienten der Förderung eines nachhaltigeren Tourismus.

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