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7. März 2021 | 11:23 Uhr
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Bundesregierung warnt weiter vor Reisen auf die Balearen

Obwohl die Sieben-Tages-Inzidenz auf den Balearen seit Wochen unterhalb der Marke von 50 liegt und selbst die hierzulande gesetzte Zielmarke von 35 unterschritten hat, warnt das Auswärtige Amt weiter vor Reisen nach ganz Spanien.

mallorca palma hafen istock anita bonita

Vor Reisen nach Mallorca, hier die Hauptstadt Palma, wird weiter gewarnt

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Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen lag bezogen auf alle Baleareninseln am Freitag nach Informationen des balearischen Gesundheitsministeriums bei 24,8. Auf Mallorca liegt der Wert bei 26,6, auf Ibiza bei 24,3 und auf Menorca bei 3,2. 

Bereits seit dem 17. Februar rangiert der Wert auf Mallorca laut der "Mallorca Zeitung“ unter 50. Das ist normalerweise die Grenze, ab der eine Reisewarnung ausgesprochen wird. Auf Anfrage von Reise vor9 äußert sich die Behörde ausweichend zu den Gründen für die Aufrechterhaltung der Reisewarnung für ganz Spanien. "Die Entscheidung über eine Einstufung als Risikogebiet und auch deren Aufhebung treffen die beteiligten Ressorts Auswärtiges Amt, BMI (Bundesinnenministerium) und BMG (Bundesgesundheitsministerium) stets gemeinsam", heißt es, und weiter: "Aufgrund des Beschlusses des Bundeskabinetts vom 03.06.2020 werden Schutzmaßnahmen ergriffen, wenn das jeweilige Land oder einzelne Regionen die Neuinfiziertenzahl im Verhältnis zur Bevölkerung von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner kumulativ in den letzten sieben Tagen überschreiten. Umgekehrt können diese Maßnahmen auch aufgehoben werden, wenn sich die Sieben-Tage-Inzidenz im jeweiligen Land oder einzelnen Regionen wieder unterhalb dieses Wertes stabilisiert."

"Keine Momentaufnahme"

Diese Aussagen würde eigentlich dringend eine Aufhebung der Reisewarnung nahelegen, doch erklärt das Auswärtige Amt weiter: "Maßgeblich für die quantitative Bewertung sind tatsächliche und stabile Trends des Infektionsgeschehens, nicht Momentaufnahmen. Daher wird für die Risikobewertung abhängig von der jeweiligen Entwicklung der Inzidenz über wenigstens eine Woche herangezogen."

Die Bundesregierung beobachte "vor diesem Hintergrund insbesondere die Lageentwicklung in Spanien genau", erklärt das Auswärtige Amt. Bei der Bewertung sei indes "auch zu beachten, dass ganz Spanien noch bis einschließlich 20. Februar als Hochinzidenzgebiet nach der Einreiseverordnung eingestuft war". Seit Inkrafttreten der Einreiseverordnung würden "solche Gebiete mit besonders hohem Infektionsrisiko gesondert ausgewiesen, wenn diese in sieben Tagen mehr als 200 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner aufweisen oder in denen eine solche Inzidenz bei unklarer Datenlage angenommen werden muss".

In Spanien keine höhere Inzidenz als in Deutschland

Mittlerweile liegt die Sieben-Tage-Inzidenz spanienweit allerdings bei 63,98 (5.März). Zum Vergleich: In Deutschland bewegt sie sich bei 66. Welche Faktoren abschließend die Aufrechterhaltung der Reisewarnung bewirkt haben, bleibt unklar. Denkbar wäre, dass die deutschen Behörden den spanischen Zahlen nicht über den Weg trauen. Nicht auszuschließen ist allerdings auch, dass der Bundesregierung viel daran gelegen ist, dass nicht zu Ostern eine Reisewelle auf die Balearen losgeht. Denn die Aufrechterhaltung des touristischen Beherbergungsverbotes im Inland wäre der Bevölkerung wohl schwer vermittelbar, wenn zugleich Reisen nach Mallorca, Menorca oder Ibiza ohne drohende Quarantäne nach der Rückkehr wieder stattfinden könnten.

Christian Schmicke

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