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10. Februar 2026 | 12:51 Uhr
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Den USA fehlten 2025 elf Millionen Reisende

Die Zahl internationaler Besucher in den USA ist 2025 um 4,2 Prozent gesunken. Es ist der erste jährliche Rückgang seit der Pandemie. Laut der US Travel Association gingen rund elf Millionen Besucher und 50 Milliarden Dollar an Ausgaben verloren.

USA Einreisekontrolle

Die Ankündigung schärferer Einreisekontrollen dürfte zum Besucherrückgang in den USA beigetragen haben

Die USA verzeichnen für 2025 einen deutlichen Rückgang internationaler Besucher. Nach Daten der International Trade Administration reisten 4,2 Prozent weniger ausländische Gäste ins Land. Weltweit nahm der internationale Reiseverkehr im selben Zeitraum um vier Prozent zu, wie die Tourismusorganisation der Vereinten Nationen meldet.

Die sinkenden Einreisezahlen schlagen wirtschaftlich durch. Erik Hansen von der US Travel Association spricht von rund elf Millionen verlorenen internationalen Besuchern. Das entspreche etwa 50 Milliarden Dollar weniger Ausgaben. "Schon ein einzelner Prozentpunkt weniger bedeutet Milliarden und Hunderttausende Arbeitsplätze", sagte Hansen der Financial Times.

Strengere Einreisepolitik als Bremse

Hintergrund des Rückgangs ist nicht zuletzt eine deutlich verschärfte Einreisepolitik im ersten Jahr von Donald Trumps zweiter Amtszeit. Die Regierung verhängte Einreiseverbote für Bürger aus mehr als einem Dutzend Ländern und setzte die Visavergabe für 75 Staaten aus, darunter Brasilien und Thailand. Gleichzeitig nahmen Kontrollen an der Grenze zu, inklusive einer Ausweitung der Überprüfung elektronischer Geräte. Die Zahl solcher Durchsuchungen sei im Haushaltsjahr 2025 um fast ein Fünftel gestiegen, berichtet die Financial Times.

Besonders deutlich fiel der Rückgang bei Besuchern aus Kanada aus. Die Zahl sank um 10,2 Prozent. Aber auch aus Europa und dem Nahen Osten kamen weniger Reisende, mit Rückgängen von 3,1 beziehungsweise drei Prozent, wie die Financial Times auf der Basis von Zahlen der US-Handelsbehörde ITA berichtet.

Folgen für Hotels und Airlines

Die Entwicklung belastet die Tourismuswirtschaft. US-Hotels verzeichneten 2025 erstmals seit der Pandemie einen Rückgang beim Umsatz pro verfügbarem Zimmer. Laut dem Datenanalyseunternehmen Costar ist der Wert seit April durchgehend negativ. Auch Airlines spürten die Zurückhaltung, heißt es. Europäische Fluggesellschaften meldeten geringere Nachfrage auf Nordamerika-Strecken, wenn auch teils mit Erholungstendenzen im zweiten Halbjahr.

Für 2026 setzen Teile der Branche auf die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko. Analysten erwarten zwar nur eine verhaltene Gesamtnachfrage, sehen aber Potenzial für höhere Preise in den Austragungsorten. Die US Travel Association rechnet 2026 mit einem Plus von 3,7 Prozent bei internationalen Einreisen. Hansen bezeichnet das Turnier als "historische Chance" – warnt jedoch, ein negatives Bild könne langfristige Folgen haben.

Christian Schmicke

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