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18. Juni 2021 | 16:41 Uhr
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Mailen

Kanzleramt rät Fußballfans von London-Reisen ab

Wenn die deutschen Fußballer bei der Europameisterschaft bis ins Halbfinale kommen, sollten ihre Fans zu Hause bleiben, sagte Kanzleramtschef Helge Braun dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Sowohl die Halbfinale als auch das Finale der EM finden in London statt. Großbritannien wird vom RKI als Virusvariantengebiet eingestuft.

Fußball Europameisterschaft Foto iStock RomoloTavani

Die Halbfinals und das Endspiel der Fußball-EM finden in London statt

"Meine große Sorge ist die sich ausbreitende Delta-Variante in Großbritannien – und London ist ein Austragungsort. Man sollte nicht in Virusvariantengebiete reisen", sagte der CDU-Politiker im Interview. Die Partien in London sollen vor bis zu 40.000 Zuschauern stattfinden. Die Bundesregierung hat Großbritannien bereits im Mai als Virusvariantengebiet eingestuft; im Zuge der Ausbreitung der noch ansteckenderen sogenannten Delta-Variante mahnen die Behörden noch dringlicher, nicht in das Land zu reisen. Braun unterstrich in diesem Zusammenhang die geltenden Einreiseregeln: "Wer nach London fährt, muss zwei Wochen in Quarantäne, wenn er nach Deutschland kommen möchte."

Das Fußballturnier hat in den vergangenen Tagen viele Fragen aufgeworfen. Bereits vor Beginn war vielfach kritisiert worden, dass die Spiele in zwölf Ländern ausgetragen werden – von Aserbaidschan bis Portugal. Der Fußballverband Uefa hatte den Austragungsorten Druck gemacht, bei den Partien Zuschauer zuzulassen. Geplante Austragungsorte wie das spanische Bilbao, das sich dem Druck verweigert hatte, waren vom Turnier ausgeschlossen worden.

Mit dem Besucherthema gehen die Veranstaltungsorte sehr unterschiedlich um. Während etwa in München beim EM-Start der deutschen Nationalelf gegen Frankreich mit gut 14.000 Zuschauern nur 20 Prozent der Kapazität ausgeschöpft werden durften, spielte das ungarische Nationalteam gegen Portugal in Budapest vor ausverkauftem Haus und rund 67.000 Zuschauern, die keine Masken trugen.

Ungarn lässt derzeit noch keine Touristen aus anderen EU-Staaten wie Deutschland einreisen. Wer im Besitz eines EM-Tickets ist, darf aber für 72 Stunden ins Land. Schon im Zuge der Champions League hatte sich das Land durch eine Reihe von Kunstgriffen Spiele gesichert, die an ihrem ursprünglichen Austragungsort, etwa wegen der Quarantänebestimmungen für britische Kicker, nicht stattfinden konnten.

Christia Schmicke

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