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11. Mai 2026 | 17:34 Uhr
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Kreuzfahrtschiff Hondius fährt Richtung Rotterdam

Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf der Hondius haben die letzten Passagiere das Schiff vor Teneriffa verlassen. Vier deutsche Kontaktpersonen werden nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums in ihren Bundesländern weiter überwacht; Symptome zeigen sie bislang nicht.

Kreuzfahrtschiff m/v Hondius

Die Hondius ist auf dem Weg von Teneriffa nach Rotterdam

Die Krise auf dem Kreuzfahrtschiff Hondius geht in die nächste Phase. Nachdem das Schiff am Sonntag Teneriffa erreicht hatte, sollten am Montag die letzten Passagiere und ein Großteil der Besatzung von Bord gehen. Das Schiff der niederländischen Reederei Oceanwide Expeditions begann am Montagabend seine Reise nach Rotterdam. Dort soll es gründlich desinfiziert werden.

Die nächste reguläre Reise der Hondius soll vom 29. Mai bis zum 5. Juni im Norden Islands stattfinden. Auf der Website der Reederei ist sie bislang noch zu finden. Eine Anfrage von Reise vor9, ob sie in der geplanten Form stattfindet, konnte Oceanwide Expeditions bislang nicht beantworten.

Kapitän Jan Dobrogowski wandte sich in einer Videobotschaft an Passagiere und Crew. Die vergangenen Wochen seien "extrem anstrengend" gewesen, sagte er. Zugleich dankte er den Menschen an Bord für "Geduld, Disziplin und Freundlichkeit". Seine Gedanken seien bei den Verstorbenen und ihren Angehörigen.

Nach Angaben aus Spanien wurden 94 Menschen mit insgesamt 19 Nationalitäten von Bord geholt. Die Aktion sei nach Nationalitäten organisiert worden. Ein Teil der Passagiere wurde mit Evakuierungsflügen weitergebracht. Mittlerweile wurden bei sieben Menschen Infektionen nachgewiesen, zudem gibt es Verdachtsfälle. Zuletzt wurde das Virus bei einer bereits ausgeflogenen Französin entdeckt, die unter Krankheitssymptomen litt und deren Zustand sich in der Nacht zu Montag verschlechtert hatte.

Deutsche Kontaktpersonen ohne Symptome

Vier deutsche Passagiere stammen laut Bundesgesundheitsministerium aus Berlin, Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen. Sie zeigten bislang keine Symptome. Nach Untersuchungen in Frankfurt sollten sie in ihre jeweiligen Bundesländer gebracht werden.

Dort ist mit häuslicher Quarantäne zu rechnen. Die konkreten Maßnahmen legen die zuständigen Gesundheitsämter fest. Das Ministerium erklärte, die Kontaktpersonen würden in den nächsten Wochen kontinuierlich und engmaschig auf Symptome überwacht.

Bei dem Erreger kann die Zeit von der Ansteckung bis zum Krankheitsausbruch nach Expertenangaben bis zu 45 Tage betragen. Sollte doch noch eine Person erkranken, könne sie in speziellen Zentren behandelt werden, teilte das Ministerium mit. Ein weiterer deutscher Passagier war nach Großbritannien geflogen worden; er lebt dort.

WHO verweist auf seltene Übertragung

Die Weltgesundheitsorganisation vermutet, dass die Infektionskette von einem niederländischen Ehepaar ausging, das sich vor der Einschiffung in Argentinien mit dem südamerikanischen Andesvirus angesteckt haben könnte. Hantaviren werden in der Regel durch Nagetiere übertragen, etwa durch Kontakt mit deren Urin, Kot oder Speichel.

Das Andesvirus ist nach WHO-Angaben das einzige bislang bekannte Hantavirus, bei dem eine begrenzte Mensch-zu-Mensch-Übertragung dokumentiert wurde. Diese sei aber selten und vor allem bei engem, längerem Kontakt beschrieben, etwa in Haushalten oder zwischen Intimpartnern.

Die WHO empfiehlt bei möglicher Infektion mit dem Erreger eine Quarantäne von 42 Tagen. Diese könne zu Hause oder in einer Einrichtung erfolgen. Die Organisation kann solche Maßnahmen allerdings nur als Richtlinie vorschlagen.

Christian Schmicke

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