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22. März 2022 | 13:39 Uhr
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Kuba muss sich touristisch neu orientieren

Russland war 2021 zum größten touristischen Quellmarkt für den Karibikstaat geworden. Nun haben Aeroflot und Azur Air ihre Flüge wegen der Sperrung des europäischen Luftraums für russische Flugzeuge ausgesetzt. Um die angestrebte Besucherzahl von 2,5 Millionen zu erreichen, muss sich Kuba auf seine traditionellen Quellmärkte besinnen.

Havanna

Dem touristischen Sektor auf Kuba bringt der Ukraine-Krieg neue Schwierigkeiten

Mit dem Ausbleiben russischer Gäste sei es es dringend erforderlich, die Aktivitäten zur Gewinnung von Touristen aus traditionell starken Quellmärkten wie Kanada, Großbritannien, Frankreich und Deutschland zu verstärken, zitiert das spanische Fachportal Hosteltur den kubanischen Premierminister Manuel Marrero Cruz. Zudem solle das Marketing in Lateinamerika und zur Stimmulierung des Inlandstourismus ausgeweitet werden.

Präsident Miguel Díaz-Canel erklärte, man dürfe das ursprünglich avisierte Ziel aufgrund der großen Bedeutung des Tourismus für die kubanische Wirtschaft nicht aus den Augen verlieren. Die kubanische Wirtschaft liegt in Folge der Corona-Pandemie und der Embargo-Maßnahmen der Vereinigten Staaten am Boden. Vor der Pandemie war der Tourismus der dynamischste Wirtschaftszweig auf der Insel. Zuletzt hatten sich Urlauber aus Russland zum Hoffnungsträger für die kubanische Tourismusindustrie entwickelt. Während die Besucherzahlen 2021 um 70 Prozent einbrachen, habe sich der russische Tourismus nach Kuba verdoppelt, meldet das Neue Deutschland. Russische Besucher hätten im vergangenen Jahr 40 Prozent aller ausländischen Kuba-Touristen ausgemacht.

Bei einer Sondersitzung der UN-Generalversammlung nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine hatte Kuba sich im Rahmen der Abstimmung über eine Resolution, in der der Einmarsch verurteilt wurde, der Stimme enthalten. Unmittelbar vor Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine war der Präsident der Staatsduma, Wjatscheslaw Wolodin, in Havanna zu Gast gewesen. Dabei hatten beide Seiten unter anderem eine Schuldenstundung bis 2027 vereinbart.

Christian Schmicke

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