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18. Oktober 2021 | 15:48 Uhr
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La-Palma-Regierung appelliert an Touristen, zu kommen

Vier Wochen nach dem Ausbruch des Vulkans auf der Cumbre Vieja hat der Stadtrat für Tourismus und Sport der Inselregierung von La Palma, Raúl Camacho, in sozialen Netzwerken dazu aufgerufen, die Insel weiterhin zu besuchen, um Arbeitsplätze zu sichern. 85 Prozent der Inselfläche seien von dem Naturereignis nicht betroffen, versichert er.

La Palma Vulkanausbruch

Der Vulkan auf der Cumbre Vieja könnte noch wochenlang aktiv bleiben

Seit dem 19. September brodelt der Vulkan auf der Kanareninsel; in mehreren Strömen bahnt sich seither heiße Lava im Südwesten La Palmas ihren Weg ins Meer. Laut der spanischen Zeitung El Pais wurden mittlerweile 1.956 Häuser zerstört; ebenso wie zahlreiche Bananenplantagen, die sich wie ein Band oberhalb des Küstenstreifens entlangziehen. Experten rechnen damit, dass die vulkanische Aktivität noch über Wochen andauert. Immerhin: Verletzte oder gar Todesopfer waren bislang nicht zu beklagen. Im Norden und Osten der Insel ist von dem Ausbruch insgesamt weniger zu spüren; allerdings kann auch dort je nach Windrichtung die Luftqualität leiden.

Touristen wagen sich indes kaum noch auf die "Isla Bonita". Die Auslastung der Hotels und Pensionen liegt nach offiziellen Informationen aktuell nur bei 15 Prozent – und das nach langer coronabedingter Durststrecke und kurz vor Beginn der wirtschaftlich wichtigen Wintersaison. 75 Prozent des Bruttoinlandsproduktes der grünsten Insel der Kanaren sind auf den Tourismus zurückzuführen. Daher ist der Appell des Regionalpolitikers nachvollziehbar, auch wenn manchen der Gedanke an Urlaub in einem Krisengebiet erschaudern lassen mag.

Flughafen offen, Flugbetrieb eingeschränkt

Allerdings gibt es, auch wenn mit dem Aridanetal nur 15 Prozent der Inselfläche unmittelbar von den Lavaströmen bedroht sind, einige spürbare Einschränkungen. Denn obwohl La Palmas Flughafen fast durchgehend – so auch am Montag – in Betrieb bleibt, haben Airlines Flüge gestrichen. Mit Lufthansa und Condor sind weiterhin Flüge buchbar. Allerdings mussten am Sonntag wegen der Vulkanasche alle 38 für den Tag geplanten Flüge der Regionalfluggesellschaft Binter am Boden bleiben. Am Samstag hatten nur vier der 34 geplanten Flüge starten können.

Hinzu kommen Einschränkungen bei den Straßenverbindungen. Auf der Westseite von La Palma gibt es keine Verbindung zwischen dem Norden und dem Süden der Insel mehr. So gerät etwa der Weg von Tazacorte nach Los Canarios im Süden zur Inselumrundung.

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