Machtkampf in Indiens Luftfahrt
Indiens Luftverkehr wird aktuell von der Fluggesellschaft Indigo und der Air-India-Gruppe (Foto) dominiert. Nun wird offenbar erwogen, Flughafenbetreibern den Einstieg ins Airline-Geschäft zu erleichtern. Indigo-Mitgründer Rahul Bhatia warnt vor einem "massiven Interessenkonflikt" und Nachteilen für Verbraucher.
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In Indien kämpfen Airline- und Airportbetreiber um Einfluss
Die Diskussion berührt eine zentrale Schwäche des indischen Luftverkehrsmarkts. Indigo kontrolliert rund zwei Drittel des Inlandsverkehrs, die Air-India-Gruppe etwa ein Viertel. Kleinere Wettbewerber spielen nur eine untergeordnete Rolle. Fällt einer der beiden großen Anbieter aus, sind die Auswirkungen deshalb im gesamten Flugnetz zu spüren.
Die Regierung sucht nach Informationen des US-Portals Skift (Abo) nach Wegen, einen weiteren großen Anbieter im Markt zu etablieren. Dabei rückt die Adani-Gruppe in den Fokus. Der Mischkonzern betreibt acht Flughäfen und prüft nach Medienberichten den Aufbau einer Fluggesellschaft oder den Einstieg bei einem bestehenden Anbieter.
Betreiber kontrolliert auch die Infrastruktur
Dafür müssten allerdings bestehende Vorgaben gelockert werden. Sie beschränken Beteiligungen bestimmter Flughafenbetreiber an Fluggesellschaften. Hintergrund ist die Sorge, ein Konzern könnte die eigene Airline bei Gebühren, Abfertigung, Flugsteigen oder anderen knappen Flughafenressourcen bevorzugen.
Indigo-Mitgründer Rahul Bhatia sieht darin einen "massiven Interessenkonflikt". Ein solches Modell habe kaum internationale Vorbilder und könne langfristig den Interessen der Verbraucher schaden, sagte er bei einer Telefonkonferenz zu den Geschäftszahlen des Unternehmens.
Adani verfügt durch sein wachsendes Flughafengeschäft bereits über eine starke Stellung in der Infrastruktur. Ein Einstieg in den Flugbetrieb würde Airline und Flughafen erstmals in größerem Umfang innerhalb desselben Konzerns verbinden. Ob die Regierung die Regeln tatsächlich ändert, ist offen.