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1. Juli 2021 | 16:12 Uhr
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Portugal und UK wohl bald keine Variantengebiete mehr

Portugal und Großbritannien könnten laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn schon in Kürze nicht mehr als Virusvariantengebiete eingestuft werden. Damit würde auch die 14-tägige Quarantänepflicht für alle Reiserückkehrer aus diesen Ländern entfallen.

Portugal Douro

Portugal, hier der Douro, wird seit Dienstag als Virusvariantengebiet eingestuft

Hintergrund sind vor allem zwei Aspekte: Zum einen wird die Delta-Variante des Coronavirus, aufgrund derer Portugal und Großbritannien auf der Liste der Variantengebiete stehen, auch hierzulande immer dominanter. Experten gehen davon aus, dass sie schon bald auch in Deutschland vorherrschend sein wird. Damit entfiele der wichtigste Grund, Infektionen mit dieser Variante in anderen Ländern gesondert zu bewerten. Nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts geht bereits jetzt mindestens jede zweite Corona-Ansteckung in Deutschland auf Delta zurück. Spahn betonte zudem, in den letzten Tagen habe sich bestätigt, dass auch bei dieser Variante die doppelte Impfung schützt. Damit habe die Bundesrepublik die Möglichkeit, zu einer anderen Einstufung zu kommen.

Infektionszahlen in UK deutlich höher als in Portugal

Wenn die Delta-Variante in Deutschland vorherrschend werde, "werden wir uns in den nächsten Tagen die Situation anschauen", sagte der Minister. Dann werde man "Portugal und das Vereinigte Königreich auch wie Hochinzidenzgebiete behandeln können“. Diese Aussage trifft freilich eher für Großbritannien zu als für Portugal. Denn im Vereinigten Königreich bewegt sich laut dem Portal "Corona in Zahlen", das über die aktuelle weltweite Infektionslage Auskunft gibt, die Sieben-Tage-Inzidenz tatsächlich auf dem Niveau von 200, das für die Einstufung als Hochinzidenzgebiet ausschlaggebend ist. In Portugal insgesamt bewegt sie sich dagegen nur auf dem Niveau von 110, in einigen Regionen allerdings deutlich darüber.

Kritik aus Brüssel

Zuvor war die Einstufung von Portugal als Variantengebiet durch Deutschland bei der EU-Kommission auf Kritik gestoßen. Diese stehe "nicht im Einklang mit den Absprachen unter den EU-Staaten", hieß es aus Brüssel. Ein Sprecher der Kommission hatte am Dienstag betont, dass Länder durchaus Quarantäne und Testpflicht vorschreiben könnten, aber Reiseverbote nicht vorgesehen seien. Mit der deutschen Einstufung Portugals als Virusvariantengebiet gelte aber ein weitgehendes Beförderungsverbot für Fluggesellschaften, Bus- und Bahnunternehmen. Sie dürfen nur noch deutsche Staatsbürger und Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland über die Grenze bringen. Die strengen Beschränkungen für Reisen von und nach Portugal stimmten nicht vollständig mit den Empfehlungen für die 27 EU-Länder überein, die den Sommerverkehr erleichtern sollten.

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