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7. Juni 2021 | 16:05 Uhr
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Reiserestriktionen für Briten sorgen für Wirbel

Von Dienstag an steht Portugal wieder auf der Liste der Länder aus denen britische Urlauber nach ihrer Rückkehr in Quarantäne müssen. Auch Spanien ist trotz moderater Infektionszahlen auf dieser Liste. In den Destinationen und der britischen Reiseindustrie sorgt das für Verzweiflung.

Quarantäne

Portugal- und Spanien-Reisen sind für die meisten Briten derzeit tabu

Die groß angekündigten Lockerungsschritte des britischen Premierministers Boris Johnson drohen aus der Sicht der Reisebranche zu verpuffen. So war Portugal seit dem 17. Mai, dem Tag, an dem Briten wieder ohne triftigen Grund ins Ausland reisen konnten, das einzige klassische Reiseland Europas, das sie besuchen durften. Mehr als 100.000 Briten hätten sich daraufhin auf den Weg dorthin gemacht, berichtet die "FAZ“. Doch von Dienstag an ist auch dieser vorsichtige Öffnungsschritt wieder Geschichte.

Denn nun steht das Land wieder auf der "gelben Liste" und wer nach der entsprechenden Ankündigung der britischen Regierung nicht schnell genug zurückgereist ist, muss sich in eine zehntägige Quarantäne begeben. Am vergangenen Wochenende setzte daraufhin eine wahre Fluchtwelle britischer Urlauber aus Portugal ein; Fluggesellschaften bauten hastig ihre Kapazitäten aus und kassierten laut britischen Medien für vorzeitige Rückflüge kräftig ab.

Portugiesen, Spanier und Briten sind sauer

Betroffene und Tourismusunternehmen äußerten sich daraufhin empört. Die portugiesische Regierung bezichtigte London des "Gesundheitsfundamentalismus". Man nehme die Entscheidung zur Kenntnis, könne aber "ihre Logik nicht verstehen", sagte der portugiesische Außenminister Augusto Santos Silva laut der "FAZ". Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt in Portugal aktuell bei 40. Die britische Regierung argumentiert damit, dass in Portugal die sogenannte Nepal-Variante des Coronavirus nachgewiesen worden sei. Dabei handelt es sich um eine Mutation der sogenannten indischen Variante.

Auch in Spanien ist man enttäuscht, dass es das Land trotz sinkender Infektionszahlen und sehr niedriger Inzidenzwerte etwa auf den Balearen und Kanaren noch nicht in die "grüne Liste" leicht bereisbarer Länder geschafft hat. Für beide Staaten ist Großbritannien als Quellmarkt traditionell extrem wichtig. Auch in der britischen Reisebranche ist die Wut groß. Das Fachportal "Travel Weekly" bezeichnet die Maßnahmen der britischen Regierung als "schockierend". Die Lockerung der Reiserestriktionen sei inländischen Öffnungsschritten geopfert worden, heißt es in einem Kommentar. 

 

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