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4. August 2021 | 07:00 Uhr
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Rückkehr der Touristen dämpft Arbeitslosigkeit in Spanien

Rund 134.000 Spanier fanden im Juli einen Job im Dienstleistungssektor, der vom Tourismus dominiert wird. Der Anstieg der Gästezahl seit Ostern hilft dem Land, aber er bleibt wackelig.

Spanien Bar Bedienung

Die Zahl der ausländischen Urlauber kletterte im Juni auf 2,2 Millionen, wie das nationale Statistikamt INE am Dienstag mitteilte. Das sind rund zehnmal so viele Gäste wie vor Jahresfrist, als der Tourismus wegen der strengen Lockdown-Maßnahmen und der Reisebeschränkungen massiv eingebrochen war. Allerdings sind es auch 75 Prozent weniger als 2019, als 8,8 Millionen Touristen das Land im Juni besuchten.

Dank der vorsichtigen Erholung des Tourismussektors sank die Zahl der Arbeitslosen im Juli im Vergleich zum Vormonat um 5,47 Prozent auf zuletzt rund 3,4 Millionen Menschen. Rund 500.000 der ausländischen Touristen in Spanien kamen im Juni aus Deutschland. Im ersten Halbjahr waren es insgesamt 1,17 Millionen. Stärkster Quellmarkt für Spanien war in diesem Jahr bislang Frankreich mit 1,19 Millionen Reisenden. Weil Großbritannien lange keine touristischen Reisen nach Europa erlaubte, kamen von dort nur 273.000 Besucher.

Balearen mit Abstand stärkste Destination

Stärkste Destination in Spanien waren im ersten Halbjahr die Balearen mit 1,26 Millionen ausländischen Gästen vor Katalonien mit 975.000 und den Kanarischen Inseln mit 754.000. Die ausländischen Touristen ließen in den ersten sechs Monaten 2021 knapp 5,8 Milliarden Euro im Land; 2,4 Milliarden entfallen davon auf den Monat Juni.

Seit dem 27. Juli ist Spanien nach steigenden Corona-Infektionszahlen als Hochrisikogebiet eingestuft. Das bedeutet für nicht geimpfte oder genesene Reiserückkehrer nach Deutschland eine Quarantänepflicht von zehn Tagen, die frühestens nach fünf Tagen durch einen negativen Coronatest abgekürzt werden kann. Hoteliers, etwa auf der Ferieninsel Mallorca, und Veranstalter registrierten seit der sich anbahnenden Verschärfung der reiseregeln Stornierungen und einen Rückgang der Neubuchungen. Die Sieben-Tage-Inzidenz für Spanien auf 100.000 Einwohner erreichte am 20. Juli einen vorläufigen Höchststand von 407. Seither sinkt sie wieder und liegt aktuell bei 344. 

Christian Schmicke

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