Spanien bündelt ländlichen Tourismus im Netzwerk Redtur
In Spanien ist ein nationales Netzwerk für ländlichen Tourismus gegründet worden. Redtur wurde auf der Tourismusmesse Fitur in Madrid vorgestellt und will bislang zersplitterte regionale Initiativen bündeln. Ziel ist eine stärkere Interessenvertretung, gemeinsame Werbung sowie die Förderung nachhaltiger Angebote in ländlichen Regionen.
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In Spanien, hier Asturien, bündeln Anbieter im ländlichen Tourismus ihre Aktivitäten
Spanien hat mit Redtur – Red Española de Turismo Rural – erstmals eine landesweite Organisation für den ländlichen Tourismus geschaffen. Das Netzwerk versteht sich als gemeinsame Stimme des bislang stark fragmentierten Sektors. Bislang agierten zahlreiche regionale und lokale Verbände unabhängig voneinander, eine einheitliche Vertretung auf nationaler Ebene fehlte. Redtur soll diese Lücke schließen und die Interessen des ländlichen Tourismus gebündelt gegenüber Behörden, Institutionen und dem Markt vertreten. Die beteiligten Organisationen wollen künftig enger zusammenarbeiten und ihre Aktivitäten koordinieren.
Bedeutender Wirtschaftsfaktor im ländlichen Raum
Der ländliche Tourismus hat in Spanien durchaus wirtschaftliches Gewicht. Landesweit gibt es fast 15.900 Unterkünfte mit rund 155.000 Betten. Etwa 24.000 Menschen arbeiten in diesem Segment, vor allem in Regionen mit eher wenigen alternativen Beschäftigungsmöglichkeiten. Redtur sieht den Tourismus als Instrument, um wirtschaftliche Perspektiven zu schaffen und Abwanderung aus kleinen Gemeinden zu bremsen.
Zum Start gehören Verbände aus Asturien, Kantabrien, Kastilien und León, La Rioja, Katalonien, der Provinz Huesca in Aragón sowie dem Baskenland zum Netzwerk. Geplant sind gemeinsame Maßnahmen in den Bereichen Vermarktung, Weiterbildung und Erfahrungsaustausch. Aktivitäten, die bislang einzeln organisiert wurden, sollen künftig koordiniert erfolgen.
Christian Schmicke
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