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Spanischer Tourismus wächst stärker als erwartet

Spaniens Tourismus ist im Sommer stärker gewachsen als erwartet. Nach Angaben des Tourismusverbandes Exceltur legte das touristische Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal um 3,5 Prozent zu, die Umsätze der Unternehmen stiegen um 4,1 Prozent. Mehr Gewinn brachte das jedoch nicht: Die Kosten erhöhten sich um sieben Prozent.

Als Wachstumstreiber nennt der Tourismusverband vor allem die Nachfrage aus dem Ausland. Spanien habe von seinem Image als sicheres Reiseziel profitiert und zusätzliche Gäste aufgenommen, die ursprünglich andere Destinationen geplant hatten. Hinzu kamen Ereignisse wie die Sonnenfinsternis im August und höhere Transportkapazitäten.

Besonders stark entwickelte sich der nordamerikanische Markt. Die Zahl der Reisenden aus Nordamerika stieg um 14,6 Prozent und trieb im Sommer auch die Hotelübernachtungen. Die internationale Nachfrage wachse zudem stärker über die Ausgaben als über die Gästezahlen, erklärte Exceltur-Vizepräsident Óscar Perelli.

Auch Spanier geben mehr für Reisen aus

Die inländische Nachfrage blieb ebenfalls robust. Spanische Reisende steigerten ihre Ausgaben in heimischen Destinationen um 4,8 Prozent, im Ausland sogar um 8,8 Prozent. Für seine Untersuchung befragte Exceltur rund 2.000 Unternehmen und Organisationen der Tourismusbranche.

Zugleich hätten Wettbewerber wie die Türkei und Zypern infolge des Nahost-Konflikts Nachfrage verloren. Spanien konnte von diesen Verschiebungen profitieren.

Die gute Umsatzentwicklung schlägt sich allerdings nicht entsprechend in den Erträgen nieder. Während die Verkäufe der Tourismusunternehmen um 4,1 Prozent zunahmen, stiegen ihre Kosten um sieben Prozent.

Mehr Jobs und höhere Produktivität

Der Tourismus schuf laut Exceltur mehr als 105.000 zusätzliche Arbeitsplätze. 85,6 Prozent der Neueinstellungen waren unbefristet. Die Löhne stiegen um 3,5 Prozent. Seit 2023 erhöhte sich die Produktivität der Branche um 12,4 Prozent und damit stärker als im spanischen Durchschnitt mit 10,2 Prozent.

Als Belastung nennt Exceltur den zunehmenden Krankenstand. Er habe eine noch stärkere Produktivitätsentwicklung verhindert und gehöre inzwischen zu den zentralen Sorgen vieler Unternehmen.

Wachstum dürfte sich abschwächen

Für die letzten Monate des Jahres erwartet Exceltur eine langsamere Entwicklung. Die Unternehmen rechnen nur noch mit einem Umsatzplus von 2,8 Prozent. Als Gründe nennt der Verband die schwächere verfügbare Kaufkraft von Haushalten und Unternehmen sowie weiter steigende Kosten.

Auch Flugtickets könnten teurer werden. Perelli begründet dies damit, dass die Treibstoffpreisabsicherung der Verkehrsunternehmen zunehmend auslaufe.

Für das Gesamtjahr hält Exceltur dennoch an seiner Prognose fest: Das touristische BIP soll 2026 um 2,7 Prozent wachsen und damit etwas stärker als die spanische Gesamtwirtschaft mit erwarteten 2,5 Prozent. Der Sektor würde damit knapp 227 Milliarden Euro zur Wirtschaftsleistung beitragen, rund 14 Milliarden Euro mehr als 2025.