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2. Oktober 2020 | 14:26 Uhr
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Wohl keine schnelle Reisewarnung für Türkei-Urlaubsziele

Man nehme die Nachricht, dass Corona-Infektionszahlen in dem Land nur noch anhand von Erkrankten, nicht aber von allen Infizierten veröffentlicht würden, sehr ernst, erklärt das Auswärtige Amt auf Anfrage von Reise vor9. Ein schnelles Ende der Ausnahme wichtiger touristischer Ziele von der Reisewarnung sei aber nicht zu erwarten.

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Ein Sprecher des Auswärtigen Amts betonte, dass die Behörde in intensiven Kontakten mit den Ansprechpartnern in der Türkei stehe und die Situation prüfe. Wie berichtet, hatte der Gesundheitsminister der Türkei, Fahrettin Koca, auf einer Pressekonferenz eingeräumt, dass seit dem 29. Juli nur noch die Zahlen von Corona-Erkrankten mit Symptomen gemeldet würden. Das lässt die Zuverlässigkeit der Angaben türkischer Behörden zum Infektionsgeschehen im Land in einem schlechten Licht erscheinen.

Das Auswärtige Amt warnt vor nicht notwendigen touristischen Reisen in die Türkei. Davon ausgenommen sind aber die touristisch wichtigen Provinzen Aydin, Izmir und Muğla in der Ägäis-Region sowie die Provinz Antalya. Dies gelte "unter der Voraussetzung der strikten Einhaltung des von der türkischen Regierung verfügten umfassenden Tourismus- und Hygienekonzepts", schreibt die Behörde in ihren Reisehinweisen.

Was wussten die deutschen Behörden ohnehin?

Die türkische Tourismusindustrie und die türkische Regierung hatten hart darum gekämpft, durch diese Ausnahmen eine Wiederaufnahme des Reiseverkehrs in die wichtigsten Badeziele deutscher Urlauber zu ermöglichen. Um so härter würde eine erneute Reisewarnung das gerade wiederbelebte Geschäft treffen.

Allerdings gibt der Sprecher des Auswärtigen Amts gegenüber Reise vor9 zu verstehen, dass nicht mit einer Änderung der Lageeinschätzung in den nächsten Tagen zu rechnen sei. Das Auswärtige Amt habe das Infektionsgeschehen in der Türkei auch vor dem Eingeständnis der Verschleierungstaktik nicht allein anhand der Angaben der türkischen Behörden bewertet, sagt er. Das lässt sich womöglich so interpretieren, dass die Einschätzung der deutschen Behörden ohnehin in wesentlichen Punkten auf anderen Quellen basierte – was in diesem Fall sowohl für die deutsche als auch für die türkische Tourismusindustrie ein Segen sein könnte.

Großbritannien hat die Türkei unterdessen am Donnerstag von der Liste sicherer Reiseländer gestrichen. Britische Urlauber, die aus dem Land zurückkehren, müssen sich in Quarantäne begeben.

Christian Schmicke

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