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18. Juli 2017 | 12:37 Uhr
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Sharing Economy bei Geschäftsreisen nicht aufzuhalten

"Die momentane Zurückhaltung der Travel Manager ist gerechtfertigt", sagt Professor Tobias Ehlen von der Hochschule Worms. Doch für ihn ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich Airbnb, Uber und andere Sharing-Economy-Dienste auch in Deutschland auf Business-Trips durchsetzen, sagte er auf dem BME-Kongress Travel, Mice & More. Die Anbieter würden ihre Services den rechtlichen Erfordernissen weiter anpassen und deutsche Unternehmen die Nutzung zunehmend in ihren Reiserichtlinien gestatten, glaubt Ehlen.

Zurzeit sollten Travel Manager aber noch vorsichtig mit Sharing-Diensten sein. Denn Unternehmen hätten eine Fürsorgepflicht bei Geschäftsreisen von Mitarbeitern ins Ausland. „Arbeitgeber müssen vor, während und nach der Geschäftsreise alle möglichen und verhältnismäßigen Maßnahmen treffen, um die Sicherheit der reisenden Arbeitnehmer zu gewährleisten“, so Ehlen in seinem BME-Vortrag.

Konkret bedeute dies, dass Unternehmen vor der Nutzung von Airbnb drei Dinge prüfen sollten:

• Ist die Nutzung des Zimmervermittlers im Zielland überhaupt rechtmäßig? Wenn nicht, sollten Unternehmen die Finger davon lassen und die Nutzung untersagen. Meist bekämen zwar nur die Zimmeranbieter Ärger, unter Umständen könnten aber auch die Geschäftsreisenden belangt werden.

• Firmen müssten sich zudem fragen, ob mit Airbnb ein vergleichbarer Sicherheitsstandard wie bei herkömmlichen Unterbringungsarten gewährleistet ist. Hierzu empfiehlt Ehlen eine Risikobeurteilung für jede einzelne Destination.

• Schließlich sollten Reiserichtlinien existieren, die die Nutzung von Airbnb für Mitarbeiter regeln. „Aus Haftungsgründen darf die Nutzung von Airbnb nicht in das Belieben der Geschäftsreisenden gestellt werden“, sagt Ehlen.

Trotz all dieser Unsicherheiten übernachten und fahren viele Geschäftsreisende bereits mit der Sharing Economy. So sagen zwei Drittel der britischen und der französischen Geschäftsreisenden, dass sie im Ausland Airbnb und Uber nutzen. Da sind die Deutschen deutlich zurückhaltender. Das könnte sich mit der Freigabe in den Reiserichtlinien ändern. Travel Management Companies wie BCD, CWT und Amex GBT stehen bereit und haben Airbnb & Co. bereits im Sortiment und auch das Controlling funktioniert.

Thomas Hartung

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