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23. Oktober 2018 | 13:38 Uhr
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Tesla-Gründer eröffnet Hyperloop-Teststrecke in Kalifornien

Bereits am 10. Dezember solle es so weit sein, kündigt Elon Musk an. Einen Tag später soll auch die Öffentlichkeit die drei Kilometer lange Hochgeschwindigkeitsstrecke mit dem Hyperloop befahren dürfen – und zwar kostenlos. Musk verkündete dieser Tage auf Twitter, der Untergrundtunnel für das Projekt sei so gut wie fertig. Er bestätigte das Datum auf Nachfrage: "Ich denke, das ist realistisch."

Entnervt vom zerstörerischen motorisierten Individualverkehr in Los Angeles hatte der Visionär, Milliardär, SpaceX- und Tesla-Unternehmer im Januar 2016 mit dem Bau des zwei Meilen langen Tunnels im kalifornischen Hawthorne bei Los Angeles, dem Sitz seines privaten Raumfahrt-Unternehmens SpaceX, begonnen. Durch eine unter der Erde verlaufende Röhre mit etwa 1,5 Metern Durchmesser sollen durch ein künstlich erzeugtes Vakuum Menschen in autonom fahrenden Kapseln wie in einer Rohrpost mit zunächst bis zu 250 Stundenkilometern reisen können. Später sollen auch Fahrten mit dem eigenen Auto, das auf Kufen gesetzt wird, möglich sein. Die Röhren können nicht nur unterirdisch verlaufen, sondern auch auf Stelzen gesetzt werden wie ein Transrapid, der auf einer ähnlichen Magnetschwebe-Technologie basiert.

Technisch sind 1.200 Stundenkilometer möglich

Bei längeren Strecken, die bereits überall auf der Welt geplant werden, wird beim Hyperloop eine technisch erreichbare Geschwindigkeit bis zu 1.200 Stundenkilometer genannt. Damit käme man von New York nach Washington oder von Los Angeles nach San Francisco in weniger als 30 Minuten. Neben Musk arbeiten auch andere Firmen an der Umsetzung der Hyperloop-Technologie, darunter die Virgin Hyperloop One des britischen Milliardärs Richard Branson, der in Nevada bereits eine erste Testfahrt absolviert hat. Sie dauerte fünf Sekunden, als Speed wurden 112 Kilometer erreicht. Das Unternehmen plant auch eine Strecke in Deutschland, allerdings nicht vor Mitte oder Ende des nächsten Jahrzehnts. Überdies gibt es noch Hyperloop Transportation Technologies (HTT).  Das Unternehmen aus Los Angeles hat sich zum Ziel gesetzt, bereits 2020 eine erste befahrbare Strecke durch die Vereinigten Arabischen Emirate anzubieten. Lufthansa stand 2017 bereits in Gesprächen mit HTT. Es ging dabei um die Fragen, auf welchen Strecken der Hyperloop Flüge ablösen könnte.

Die Technologie gilt als besonders energiesparend, im Vergleich zu Hochgeschwindigkeitszügen oder Flugzeugen, aber auch teuer. Laut dem US-Magazin "Forbes" würde beispielsweise eine 170 Kilometer lange Strecke im Silicon Valley umgerechnet acht bis 11,5 Milliarden Euro kosten. Das wären bis zu 68 Millionen Euro pro Kilometer. Europäische Hochgeschwindigkeitsstrecken für Züge haben etwa 20 Millionen Euro pro Kilometer gekostet.

Andreas Förster

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